Titel: Die Mitternachtsrose

Autor: Lucinda Riley
Verlag: Der Hörverlag
Reihe/Serie: Einzelband
Sprecher: Simone Kabst
Genre: Familiengeschichte
und historischer Roman
Übersetzer: Sonja Hauser
Hördauer: 16Std33Minuten
Format: ungekürzte Lesung
ASIN: B00H9JOQBY
Erscheinung: 22.06.2016
Empfohlen für Erwachsene
Preisempfehlung: 9,95€
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Völlig aufgelöst kommt die amerikanische Schauspielerin Rebecca Bradley
im englischen Dartmoor an, wo ein altes Herrenhaus als Kulisse für einen
Film dient, der in den 1920er Jahren spielt. Vor ihrer Abreise hat die
Nachricht von ihrer angeblichen Verlobung eine Hetzjagd der Medien
ausgelöst, doch in der Abgeschiedenheit von Astbury Hall kommt Rebecca
allmählich zur Ruhe. Als sie jedoch erkennt, dass sie Lady Violet, der
Großmutter des Hausherrn, frappierend ähnlich sieht, ist ihre Neugier
geweckt. Dann taucht Ari Malik auf: ein junger Inder, den das
Vermächtnis seiner Urgroßmutter Anahita nach Astbury Hall geführt hat.
Je mehr Rebecca aber in die Vergangenheit und in ihre Rolle eintaucht,
desto stärker beginnen Realität und Fiktion zu verwischen…

Wer mich kennt weiß sicher, was für ein riesiger Lucinda Riley Fan ich bin – und das sag ich nach nur zwei gelesenen Büchern von ihr. Jetzt wurde es nach einer ewigen Abstinenz mal wieder Zeit für eine Geschichte aus ihrer Feder und da ich im Moment nichts ungelesenes von ihr da habe, habe ich einfach mal auf meine Audible-Empfehlungen gehört und mir „Die Mitternachtsrose“ gedownloaded und anschließend auch direkt gehört. Ob ich wieder mal hin und weg bin, oder ob meine recht hohen Anforderungen doch nicht ganz erfüllt wurden, erfahrt ihr jetzt:

Der Einstieg gelang mir unheimlich gut. Es beginnt alles schon an einem so wunderbar exotischen Schauplatz und vermittelt gleich den Eindruck, dass da was ganz besonderes auf uns zukommen wird. Wir steigen direkt an Anahita’s Seite in die Geschichte ein und begleiten sie so während ihres Alltags und erfahren einiges aus ihrem Leben. Doch es dauert dann auch gar nicht lange, bis die wirkliche Handlung in Fahrt kommt und wir mit Anahita ihren 100. Geburtstag feiern dürfen und sie dann auch recht zeitnah mit ihren Memoiren und somit dem Geheimnis, das es zu lüften gilt, herausrückt. Doch auch die anderen Zeitebenen werden sehr gut ins Geschehen eingeführt. Da es insgesamt 3 verschiedene Perspektiven sind, gerate ich oftmals ein wenig ins Straucheln, doch die einzelnen Kulturen und die so unterschiedlichen Lebenswege machen es einem leicht, alles problemlos auseinander zu halten. Die einzelnen Einstiege sind also alle ebenso spannend wie detaillreich, ohne dass auch nur der Hauch von Langeweile aufkommt.


Die Charaktere sind extrem unterschiedlich gestaltet. Wir haben tatsächlich jede Generation vertreten: angefangen bei Anahita mit ihren 100 Jahren auf dem Buckel bishin zu Neugeborenen und auch die mittlere Klasse ist reichlichn gefüllt mit verschiedenen Figuren. Schon allein dadurch entstand eine Vielfältigkeit, wie man sie nur in solchen Romanen finden kann. Anahita, eine Inderin, die in Darjeeling lebt, ist der Dreh,- und Angelpunkt und zeigt uns auf, die schwer das Leben damals sein konnte. Wir begleiten sie quasi über ihr ganzes Leben und erfahren so, so unheimlich viel über ihre Charakterzüge und können so manchen Gedankengang und manche Handlung viel besser nachvollziehen und verstehen.
Anahita verkörpert quasi alles, was man sich von einer Protagonistin wünscht: sympathisch, interessant, detaillreich und authentisch. Und dann diese „alte“ Generation, die sich so wahnsinnig von der heutigen unterscheidet verdeutlichte nochmal, wie schön wir es inzwischen haben. Mit ihr die Geschichte zu erleben, war ein Erlebnis und hat mir riesigen Spaß gemacht.
Doch auch andere trugen ihren Teil dazu bei; so zum Beispiel Rebecca, die so ein krasses Gegenteil von Anahita darstellt, dass man sich prompt in eine völlig andere Welt, in eine völlig andere Geschichte versetzt fühlte – was ja im Grunde auch, zumindest am Anfang, noch sehr passend ist. Rebecca, die junge Schauspielerin mit dem großen Erfolg. Ich gestehe, dass ich anfangs noch ein wenig Angst hatte, dass sie zu viele Star-Allüren an den Tag legte; doch zum Glück konnte ich den Gedanken schnell verwerfen; denn trotz allem Erfolg war sie sehr bodenständig, wohl erzogen und unheimlich sympathisch. Ich hab sie sehr schnell ins Herz schließen und mit ihr mitfiebern können. Auch ihre Entwicklung gefiel mir gut, war deutlich aber nicht zu überzogen. Gerade gen Ende passiert etwas, womit ich nie gerechnet hätte und mir noch einmal aufzeigte, dass es keine passendere Protagonistin für diese Geschichte bzw für diese Zeitebene gegeben hätte.
Doch auch die zahlreichen Nebenfiguren wurden alle sehr detaillreich und eingehend in das Buch eingebunden. Ich hatte von jedem ein klares Bild vor Augen, empfand für jeden einzelnen etwas, und wenn es nur der pure Hass war. So wünsche ich mir das, denn jede Geschichte lebt in gewisser Weise auch von Antipathien; solange nur alle an sich eine interessante Background-Story mitbringen, und das war hier definitiv der Fall.
 
Auf die Sprecherin war ich besonders gespannt, denn die liebe Juliet («- mit einem Klick auf ihren Namen kommt ihr zu ihrem Youtube-Kanal), schwärmt in den höchsten Tönen von ihr. Ich also voll motiviert und zugegebenermaßen mit einigen Erwartungen begonnen; und nicht enttäuscht worden. Simone Kabst hat eine sehr angenehme, ruhige Stimme, klar und deutlich und mit vielen Facetten. Allein mit ihrem Tempo brachte Sprecherin eine gewisse Atmosphäre, inkklusive Spannung in die Geschichte und verlieh ihr eine gute Portion Authensität und noch mehr Glaubwürdigkeit. Besonders Betonungen und rasante Passagen brachte sie eingehend rüber und ich fühlte mich teilweise allein durch sie richtig mitgerissen. Simone Kabst wird definitiv auf meinem Merkzettel landen und ich hoffe, sie wird mir noch so einige Bücher vorlesen.

Der Stil kommt in Hörbüchern ja meist nicht so durch; zumindest achte ich persönlich eher weniger darauf. Wichtig ist mir immer nur, dass ich auf bildhafte Beschreibungen und einen klaren, leicht verständlichen Satzbau treffe, und das war hier eindeutig der Fall. Ich kam wie bereits in meinem ersten Buch von Lucinda Riley wieder gut mit, hatte, wie oben erwähnt, alles klar vor Augen und fühlte mich stets mittendrin statt nur als Zuschauer. Außerdem gefiel es mir total gut, wie detailliert Lucinda Riley auf die unterschiedlichen Kulturen einging, so erfahren wir als Leser viel mehr über die damaligen Zustände und können uns nicht über mangelnde Atmosphäre beklagen.
 
Die Grund-Idee ist natürlich immer irgendwo die selbe in diesem Genre: mehrere Zeitebenen laufen irgendwann immer mehr zusammen, bis sich das große Geheimnis auflöst. Doch ich fand diese Kombination, die hier gewählt wurde, völlig neu. Wir erleben einmal einen Teil der Geschichte in Indien, der andere Teil spielt sich in England ab. Beide Kulturen waren zu damaliger Zeit enorm interessant, doch auch in der heutigen Zeit wird es nie langweilig. Es kommt schon sehr früh Spannung auf, die sich über all die 16.5 Stunden und nimmt immer wieder an Tempo zu, was in sehr rasanten und mitreißenden Szenen endet. Doch auch die Szenen zum Durchatmen sind überhaupt nicht langweilig und erst recht nicht zäh; denn die unterschwellige Spannung bleibt vorhanden. Außerdem kommen auch Emotionen nicht zu kurz, sondern wurden in diesem Falle sehr eingehend auf mich übertragen und ich fühlte wirklich ordentlich mit. Was dem ganzen aber noch die Krone aufsetzte war einfach die Kulisse – allein zusammen mit Anahita durch Indien zu streifen war für mich ein Highlight; und diese ganze Geschichte schließlich mit Ari und Rebecca aufzudecken, machte ebenfalls riesigen Spaß. Kurz um: eine herrlich schöne Storyline mit einigen Wendungen und mit Mitfieber-Garantie.

In „Die Mitternachtsrose“ von Lucinda Riley überzeugte mich mal wieder auf ganzer Linie. Wie erhofft und erwartet hat es mich wieder von Anfang an an traumhafte Orte entführt und richtig mitgerissen. Die Charaktere waren herrlich vielfältig und trotz der großen Anzahl dennoch detailliert und tiefgründig dargestellt. Ich bin froh dass die Sprecherin sowie der Schreibstil der Autorin meine Lobeshymne schließlich abrunden und ich freue mich schon jetzt wahnsinnig darauf, das nächste Werk aus der Feder von Lucinda Riley (das ich  übrigens auch schon hier habe und bald schon anfangen werde zu lesen.

Ich vergebe gut gemeinte 4.5 von 5 Sternen, denn für das absolute Highlight hat mir einfach noch eine Winzigkeit gefehlt. Nichts desto trotz ein absolut hörens,- und auch lesenswertes Buch, das absolut zu überzeugen weiß. Lucinda Riley weiß einfach, was sie tut und das merkt man in jeder Silbe ihrer Worte. Lest es & überzeugt euch selbst davon ♥

 

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Lucinda Riley wurde in Irland geboren und verbrachte als Kind mehrere
Jahre in Fernost. Sie liebt es zu reisen und ist nach wie vor den Orten
ihrer Kindheit sehr verbunden. Nach einer Karriere als Theater- und
Fernsehschauspielerin konzentriert sich Lucinda Riley heute ganz auf das
Schreiben – und das mit sensationellem Erfolg: Seit ihrem gefeierten
Roman »Das Orchideenhaus« stürmte jedes ihrer Bücher die internationalen
Bestsellerlisten. Lucinda Riley lebt mit ihrer Familie in Norfolk im
Osten Englands und in ihrem Haus in der Provence.


An dieser Stelle möchte ich noch einmal erwähnen, dass alle Rechte (Coverbild, Klappentext, etc.) bei Audible, bei Der Audioverlag und beim Goldmann-Verlag liegen und mich außerdem herzlich dafür bedanken möchte, die Bilder und Texte verwenden zu dürfen.
Diese
Rezension entspricht meiner persönlichen Meinung und kann bei anderen
Bloggern oder Lesern wieder ganz anders ausfallen. Ich möchte darum
bitten, dies zu berücksichten.

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