Titel: Black Rabbit Hall

Autor: Eve Chase
Verlag: Blanvalet-Verlag
Reihe/Serie: Einzelband
Genre: Roman // Familiensaga
Seitenanzahl: 416
ISBN: 978-3764505608
Erscheinungsdatum: 29.Februar.2016
Format: Hardcover
Empfohlen für Erwachsene
Unverbindliche Preisempfehlung: 19.99€
Kauf-Möglichkeiten u.A.:
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Besonderheiten: ———-
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Amber Alton weiß, dass die Stunden auf Black Rabbit Hall, dem
Sommersitz ihrer Familie, anders vergehen, ihren eigenen Takt haben. Es
ist ruhig und idyllisch. Bis zu einem stürmischen Abend 1968. Vereint
durch eine unfassbare Tragödie, müssen sich die vier Alton-Geschwister
mehr denn je aufeinander verlassen. Doch schon bald wird diese
Verbundenheit auf eine harte Probe gestellt.

Jahrzehnte später
fahren Lorna Smith und ihr Verlobter Jon auf der Suche nach einem Ort
für ihre Hochzeitsfeier durch die wilde Landschaft Cornwalls – und
stoßen auf ein altes, leicht verfallenes, aber wunderschönes Haus. Ein
Haus, das Lorna nach und nach seine schönsten Geschichten und
traurigsten Momente verrät …

Dieses Buch hat mich von der ersten Sekunde an unheimlich neugierig gemacht. Ich hab es dank der lieben Padi von Padilovebooks entdeckt, hab danach gegoogelt und direkt mal lieb nachgefragt, ob ich es nicht vielleicht als Rezensions-Exemplar haben dürfte und hab prompt die Zusage bekommen. ♥ Dafür gleich einmal ein riesiges Dankeschön an den blanvalet-Verlag! 🙂 Aber um den Einleitungs-Absatz nicht zu lang werden zu lassen, kommen wir jetzt zu meiner ausführlichen, ehrlichen Meinung.

Der Einstieg fiel mir nicht ganz so leicht, wie ich es gewohnt bin (wahrscheinlich ist das auch ziemlich normal, wenn man 90% Jugendbücher liest). Ich hab tatsächlich 30-40 Seiten gebraucht, um mich den Figuren einigermaßen nah fühlen zu können und mich in der Geschichte, sowohl im Handlungsstrang in den 60er Jahren wie auch in der Jetztzeit zurecht zu finden. Als mir das dann aber geglückt ist, fühlte ich mich rundum wohl und konnte mich gut in die einzelnen Szenen hinein versetzen.

Die Charaktere. Ja, beginnen wir hier mit Amber, unserer Hauptfigur der damaligen Zeit. Das 14-jährige Mädchen hat mich einerseits schwer beeindruckt aufgrund ihres Mutes, ihrer Stärke und ihrem großen Herzen, andererseits ging sie mir mit ihrer Selbstlosigkeit fast ein wenig auf den Keks. Ständig macht sie sich Gedanken um alles und jeden und vergisst manchmal sich selbst komplett. Zu Amber ist meine Meinung also relativ zwiegespalten, auch wenn sie mich gen Ende noch einmal richtig überrascht hat – wie und mit welcher Aktion, müsst ihr selbst lesen 😉
Lorna, die Hauptfigur der jetzigen Zeit war mir dagegen sofort sympathisch. Ich fand sie unheimlich liebenswert, lebensecht und gefühlvoll. Sie trug ihr Herz definitiv am rechten Fleck und von ihrem Ehrgeiz kann sich so manch Protagonist noch eine Scheibe abschneiden. Auch ihre Entwicklung war beeindruckend und die Selbstfindung, die sie erlebt, ist so greifbar und echt, dass ich der Autorin wirklich jedes Wort glauben konnte. Alles in allem machte Lorna die Geschichte erst richtig lebendig und regte zum Mitfiebern an.
Andere Figuren, wie beispielsweise Toby waren mir ebenfalls stets klar vor Augen. Gerade Toby brachte eine Menge Abwechslung ins Geschehen und sorgte für eine gute Portion Spannung. Jon, Lorna’s Verlobter hingegen war sehr bodenständig, ein absoluter Kopfmensch aber dennoch unglaublich realistisch dargestellt und zum Greifen nah. Man sieht also schon hier, dass die Charaktere sich auch von ihren Eigenschaften her grundlegend unterschieden haben, und das war es letztlich auch, was mich sowohl beeindruckte wie auch an das Buch fesselte.

Der Schreibstil empfand ich als sehr angenehm und leicht zu lesen und kam gut voran. Was mich hin und wieder etwas aufhielt war das Tempo. Während is in den ruhigen Phasen sehr flüssig voran ging, hatte ich bei den etwas turbulenteren Momenten doch so meine Probleme, der Story zu folgen. Ich fand die Sätze teilweise zu abgehackt, zu schnell. Ich kann gar nicht so recht in Worte fassen, was mich an diesem Passagen störte stiltechnisch, aber irgendwas war da, was mich dazu zwang, den Absatz nochmal zu lesen. Ich bin aber doch froh, dass diese Rasanz recht selten vor kam und ich so auch nicht allzu oft ins schleudern kann. Ansonsten möchte ich noch schnell ein paar Worte zur Perspektive loswerden, die hat mich nämlich tatsächlich überrascht. Geschrieben wurde dieses Buch nämlich aus zwei Perspektiven bzw. zwei Formen. Die Zeit rund um 1968 lesen wir nämlich in der Ich-Perspektive, während wir die Jetztzeit aus der dritten Person erfahren. Das habe ich bisher noch nie gehabt und war wirklich positiv angetan; zum einen natürlich um die verschiedenen Ebenen zu unterscheiden, zum anderen auch für Abwechslung.

Die gewählte Grundidee fand ich, wie in 99% der Fälle, grandios. Ich liebe Familiengeschichten die auf zwei Zeitebenen spielen und später irgendwann zusammenlaufen. So gibt’s also schon mal aus Prinzip einen Pluspunkt. Außerdem fand ich es hier unglaublich toll, wie ich einfach während all den Seiten keine Ahnung hatte, auf was ganze Ganze hinzielt. Ich fand die Wendungen sehr gut positioniert und so sorgten sie immer wieder für Überraschungen. Allgemein fand ich die Ideen, Einfälle und alles andere rund um die Story wirklich gelungen.

An der Umsetzung hab ich ebenfalls nichts zu kritisieren. Es war permanent, schon während der ersten Seiten, eine gewisse Grundspannung vorhanden, (ja, trotz meinen anfänglichen Schwierigkeiten in die Story reinzukommen), die mich voran trieb in der Geschichte. Klar, schließlich möchte man als Leser unbedingt wissen, welche schlimme Tragödie die Familie Alton ereilt. Doch auch sehr schnelle, rasante und spannungsgeladene Passagen gab es nicht zu wenig. Die fand ich rein vom Stil her zwar nicht so großartig, aber inhaltlich dafür umso mehr. Gen Ende zog die Autorin noch einmal das Tempo an, sodass ich restlos an die Seiten gefesselt wurde und nicht mehr aufhören konnte, weiterzulesen. 

 

Trotz der Schwierigkeiten am Anfang und den kleinen Problemen mit Amber Alton bin ich restlos begeistert von diesem Werk. Unglaublich gut eingefädelte Handlungsstränge die völlig unerwartet zusammenlaufen und eine Geschichte ergeben, mit der ich, als Leserin, niemals gerechnet hätte. Wer gerne Familiendramen liest und sich voll und ganz in diese Welt fallen lassen kann, wird „Black Rabbit Hall“ von Eve Chase lieben. Ganz im Stil von Lucinda Riley und Kate Morton überzeugt sie durch eine tolle Atmosphäre, überwiegend liebenswerte Figuren wie auch durch vielen, herzerwärmenden Passagen.

Ich vergebe 4.5 von 5 Sternen und spreche eine absolute Lese-Empfehlung, für all die, die gern solche Geschichten lesen, aus. Hierbei tendiere ich aber sehr stark zu den vollen 5 Sternen, muss aber aufgrund meinen winzigen Kritikpunkte bei 4.5 Sternen bleiben. Großes Kino das Eve Chase hier erschaffen hat.
 

Eve Chase

Eve Chase wollte schon immer über Familien schreiben – solche, die fast
untergehen aber irgendwie doch überleben – und über große, alte Häuser,
in denen Familiengeheimnisse und nicht erzählte Geschichten in den
bröckelnden Steinmauern weiterleben. Black Rabbit Hall ist so eine Geschichte. Eve Chase ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Oxfordshire.



An dieser Stelle möchte ich noch einmal erwähnen, dass alle Rechte (Coverbild, Klappentext, etc.) beim blanvalet-Verlag liegen und mich außerdem herzlich dafür bedanken möchte, die Bilder und Texte verwenden zu dürfen. Ebenfalls „Danke“ möchte ich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars, sagen.  ♥ Ich hab mich sehr über diese Zusammenarbeit 
Diese
Rezension entspricht meiner persönlichen Meinung und kann bei anderen
Bloggern oder Lesern wieder ganz anders ausfallen. Ich möchte darum
bitten, dies zu berücksichten.

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