Titel: Red Rising

Autor: Pierce Brown
Verlag: Heyne Verlag
Reihe/Serie: #1 von #3
Übersetzer: Bernhard Kempen
Genre: Jugendbuch / SciFi
Seitenanzahl: 576
ISBN: 978-3453534414
Erscheinungsdatum: 14.September.2015
Format: broschiert
Empfohlen ab 13 Jahren
Unverbindliche Preisempfehlung: 12,99€
Kauf-Möglichkeiten u.A.:
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Besonderheiten: — keine bekannt —
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Darrows Welt ist brutal und dunkel. Wie alle Roten schuftet er in den
Minen des Mars, um ein Leben auf der Oberfläche des Planeten möglich zu
machen. Doch dann wird seine große Liebe getötet, und Darrow erfährt ein
schreckliches Geheimnis: Der Mars ist längst erschlossen, und die
Oberschicht, die Goldenen, leben in dekadentem Luxus. Darrow schleust
sich in ihr sagenumwobenes Institut ein, in dem die Elite herangezogen
wird. Er will einer von ihnen werden – um sie dann vernichtend zu
schlagen …

Dieses Buch stand unglaublich lange unbemerkt in meinem Regal und obwohl mir immer wieder der Sinn danach stand, fand ich nie die Zeit, um mich diesen knappen 600 Seiten wirklich zu widmen. Jetzt habe ich mich endlich dazu durchgerungen, und das nicht zuletzt wegen der lieben Jenny, mit der ich das Buch zusammen gelesen habe. » Hier « geht’s zu ihrem Kanal. Leider war ich wieder etwas langsamer als sie, aber nichts desto trotz bin ich auch irgendwann fertig geworden. Wie ich Pierce Brown’s Auftakt fand, erfahrt ihr hier und jetzt in aller Deutlichkeit. ie

Der Start war zugegebenermaßen etwas holprig, was aber nicht zwingend am Buch lag, sondern eher an meinem Empfinden und meinen Erwartungen. Ich hätte nie im Leben damit gerechnet, dass es so brutal ist und eine so derbe Sprache verwendet wird. Doch kaum dass der erste Schock überwunden war, war ich einfach nur geflasht von der Geschichte. Alles beginnt unheimlich rasant, eine gewisse Brutalität herrscht auch direkt von Anfang an und ich war sofort gefangen und neugierig, wie es denn weitergehen wird. Ich gehe nun ganz bewusst nicht darauf ein, wie die Geschichte beginnt, denn ich denke, davon sollte sich jeder selbst ein Bild machen.

Die Hauptfigur ist Darrow, ein junger Mann, ein Teenager, dessen Leben unterirdisch stattfindet. Es ist ein Überlebenskampf, Tag für Tag. Ich muss gestehen, dass ich mir mit männlichen Hauptfiguren oftmals schwer tue und auch bei Darrow hab ich eine gewisse Zeit gebraucht, um mich an ihn zu gewöhnen. Das glückte mir dann aber schließlich doch noch relativ schnell und ich konnte mich gut in ihn hinein versetzen. Er war mir sympathisch, seine Handlungen nachvollziehbar und auch seine Gedankengänge leuchteten mir in den meisten Fällen total ein. Es gab eine Wendung in Bezug auf Darrow, die fand ich nicht ganz so realistisch, aber da die ganze Geschichte auf dem Mars spielt, bin ich davon ausgegangen, dass die mit ihrer Entwicklung einfach weiter sind und es doch irgendwie ganz plausibel ist, dass so eine Wendung möglich ist. Was ich an Darrow aber am meisten bewunderte, war sein großes Herz. Er hatte eine harte Schale, war brutal und hatte sein Ziel klar vor Augen, doch immer wieder ließ er seine Gefühle durchscheinen, was ihn zu einem wirklich authentischen Protagonisten machte.

Die wirklich wichtigen Nebenfiguren tauchten in diesem Buch erst sehr spät auf und ich war wirklich überrascht, dass die Geschichte bis dahin quasi nur mit Darrow und paar recht unwichtigen Charakteren auskommt. Aber es funktioniert und ich bin mir sicher, dass da der ein oder andere noch eine wichtige Rolle in den Folgebänden spielen wird. So beispielsweise tauchen Mickey und Co. garantiert in Band 2 und 3 nochmal auf und werden da sicherlich eingehender und detaillierter über sie lesen können. Doch in Band 1 blieben viele noch recht oberflächlich und unscheinbar. Dafür wurde beispielsweise Mustang sehr authentisch dargestellt und sie war es auch, die mein Herz im Sturm erobern konnte. Ebenso verhielt es sich mit Sevro und noch einigen anderen, die ich namentlich jetzt bewusst nicht nennen werde. Fakt ist jedoch, dass jeder von ihnen eine klare Linie besaß, auf ihre eigenen Arten und Weisen sympathisch waren und einfach sehr realistisch in Szene gesetzt wurden.
 
Der Stil war zwar, wie auch schon beim Einstieg erwähnt, etwas gewöhnungsbedürftig, doch kaum dass ich die ersten Seiten gelesen hatte, viel mir die derbe Sprache gar nicht mehr auf und ich konnte mich vollkommen in die Geschichte fallen lassen. Der Autor schreibt dabei sehr detaillreich und schafft es, mit Worten neue Welten. Er hat diese zukünftige Welt – bzw. den Mars – sehr bildhaft dargestellt und ich fand mir sehr gut zurecht und hatte die Szenen stets vor Augen. Alles in allem also ein sehr atmosphärischer Stil, eine ziemlich derbe Sprache, die aber zur Storyline passt, und bildhafte Beschreibungen sorgen dafür, dass ich hier überhaupt nichts zu kritisieren habe. Und bevor ich es wieder vergesse: Geschrieben ist die Geschichte in der ersten Person, Vergangenheit.

Wow! Einfach Wow! Mehr fällt mir zur Idee definitiv nicht ein. Schon zu Beginn des Ganzen traf ich auf eine völlig neuartige, erfrischende Storyline, die mich sofort überzeugte. Es gab unglaubliche viele, überraschende Momente und Wendungen an den richtigen Stellen. Leider musste ich dann feststellen, dass sich die Geschichte dann in eine Richtung entwickelt, dir mir nicht so zusagte. Das Ganze erinnerte mich dann auch wieder viel zu sehr an diese Dystopie-Klischees, die man quasi in jedem Zukunftsroman im Jugendbuchbereich findet. Nichts desto trotz war auch dieser Grundgedanke gut umgesetzt und brachte, entgegen meinen Erwartungen trotzdem noch einige neue Elemente zum Vorschein.

Die Umsetzung war gut gewählt. Während man anfangs noch unglaublich mitfieberte, stellte sich in der Mitte eine gewisse Enttäuschung bei mir ein, die dann aber schnell wieder in Neugierde und Spannung umschlug. Am Anfang war die Spannungskurve sehr hoch, beinah so hoch wie in keiner anderen Dystopie zuvor. Dann flachte sie kurzzeitig mal ab, nur um dann wieder anzusteigen. Leider wurde sie nach der Mitte des Buches immer wieder unterbrochen und stellenweise, wirklich nicht besonders lang aber doch spürbar, recht langatmig und uninteressant. Ich möchte dabei aber nochmal betonen, dass es nicht die Regel war, aber manche Szenen fand ich, persönlich, einfach ein wenig zu ausschweifend dargestellt, während andere dann wieder zu kurz kamen. Hierbei war das Tempo an manchen Stellen einfach zu hoch, sodass ich fast nicht mehr mitkam und am Ende verwundert war, wie das nun alles ablief. Ich denke, jeder der das Buch gelesen hat, weiß, was ich meine (ob derjenige das nun genau so empfand oder nicht, ist eine andere Baustelle 😉 ) aber ich kann nicht näher ins Detail gehen, ohne zu spoilern, deswegen lassen wir das.

Das Ende war zum Glück kein derartiger Cliffhanger, dass ich sofort weiterlesen muss. Nichts desto trotz bleibt das große Ende natürlich noch recht offen und ich bin sehr sehr sehr sehr sehr neugierig, wie sich Darrow in den Folgebänden schlagen wird und was sich Pierce Brown noch so einfallen lässt für unseren Protagonisten.
 

„Red Rising“ von Pierce Brown konnte mich leider nicht auf ganzer Linie überzeugen, aber stellenweise doch begeistern. Ich bin tatsächlich etwas zwiegespalten, wie mein entgültiges Fazit ausfallen soll, auch wenn meine Sternenanzahl ziemlich schnell fest stand. Ich mochte das Buch irrsinnig, war sehr begeistert von der Geschichte an sich, aber als richtiges Highlight kann ich es definitiv nicht betiteln, dafür waren mir die Tempi nicht stimmig genug und die Entwicklung der Geschichte nicht kreativ genug. Dennoch freue ich mich sehr auf Band 2 der Trilogie und werde sicherlich nicht wieder so lange warten, bis ich es beginne. 

Ich vergebe 3.5 von 5 Sternen und möchte eine Leseempfehlung für all diejenigen aussprechen, die sich gern in zukünftige Welten entführen lassen und kein Problem mit ruhigeren Passagen haben. Mir hat es gut gefallen, aber nicht so sehr, wie ich aufgrund des Hypes vermutet hatte.
 

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Nach dem Collegeabschluss hätte Pierce Brown eigentlich nichts dagegen
gehabt, seine Studien in Hogwarts fortzusetzen. Da es ihm dafür leider
an der nötigen magischen Gabe fehlte, versuchte er es mit verschiedenen
Jobs in der Medienbranche. Seine Red-Rising-Trilogie wurde ein so sensationeller Erfolg, dass Pierce Brown sich jetzt ganz dem Schreiben widmen kann. Der Autor lebt in L.A.


An dieser Stelle möchte ich noch einmal erwähnen, dass alle Rechte (Coverbild, Klappentext, etc.) beim Heyne-Verlag liegen und mich außerdem herzlich dafür bedanken möchte, die Bilder und Texte verwenden zu dürfen.
Diese
Rezension entspricht meiner persönlichen Meinung und kann bei anderen
Bloggern oder Lesern wieder ganz anders ausfallen. Ich möchte darum
bitten, dies zu berücksichten.

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