Details rund um das Buch                             
(c) by Ueberreuter
Titel: Schlehenherz
Autor: Heike Eva Schmidt
Band/Serie? Nein. Einzelband.
Verlag: Ueberreuter-Verlag
Seiten: 238 Seiten
Preis: 12.95€
ISBN: 978-3800056705
Erscheinungsdatum: Januar 2012
Empfehlung: 14-17 Jahre
Genre: Jugendbuch // Thriller
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Rezension in 3 Wörtern:
Emotional. Humorvoll geschrieben. Spannend.
 

                                       Klappentext                                       

Vio und Lila sind beste Freundinnen – bis Vio nach einer Party spurlos
verschwunden ist. Am nächsten Tag werden die schlimmsten Befürchtungen
wahr: Vio wurde ermordet und unter einem Schlehenbaum verscharrt. Lila
ist geschockt, todtraurig, wütend und beschließt, die Tat auf eigene
Faust aufzuklären. Eine Spur führt sie zu SchülerVZ, wo sie sich mit dem
Nickname »Schlehenherz« anmeldet, um zu recherchieren. Lila ahnt nicht,
dass sie dadurch ins Visier des Mörders gerät und seinen Jagdtrieb
erneut weckt 
… Ein ebenso herzzerreißender wie packender Thriller!
(c) by Ueberreuter


                       Inhalt in eigenen Worten                            
 

Vio und Lila. Nicht nur ihre Namen passen perfekt zusammen; sondern auch die Mädchen selbst. Ein Herz und eine Seele, ja das sind sie; doch als sich die beiden vor einer Schulfete streiten, beginnt die Freundschaft zu bröckeln. Als Vio dann auch noch spurlos verschwindet, gerät Lila’s Welt ins Wanken. Kurze Zeit später wird ihre schlimmste Vermutung auch noch wahr: ihre beste Freundin ist tot – ermordert unter einem Schlehenbaum. Doch wie soll der Mistkerl endlich gefasst werden, wenn die Polizei untätig herum sitzt? Lila beginnt, selbst nach der Wahrheit zu suchen und gerät dabei immer mehr ins Visier des Mörders ihrer besten Freundin.

                      Meine Meinung zu dem Buch                       
*Einstieg* 
Der Einstieg in das Buch fiel mir alles andere als schwer. Durch die bildhaften Beschreibungen und der angenehme Schreibstil, sollte man allgemein eher weniger Probleme beim Einstieg haben. Es beginnt recht locker, wird dann aber zunehmend rasanter und spannender.

*Charaktere*
Lila, die Hauptfigur in der Geschichte, ein 15jähriges Mädchen, war mir anfangs sehr sympathisch. Ich konnte den Schmerz, den sie durch den Verlust ihrer besten Freundin Vio durchmachen musste, förmlich spüren und die Atmosphäre während des Lesens war dauerhaft bedrückt. Mit der Zeit jedoch fängt Lila wieder an, aufzutauen; sehr zum Ärgernis meinerseits. Sie verlor sämtliche Sympathie-Punkte, sie wirkte vollkommen naiv, um nicht zu sagen dumm, und viel zu trotzig für ihr Alter. Manchmal hatte ich wahrlich das Gefühl, dass ich es mit einem 5jährigen Kindergartenkind zu tun hatte und nicht mit einer 3mal so alten Schülerin. Teilweise war Lila einfach nur nervtötend.. ich konnte weder ihre Handlungen nachvollziehen, noch ihre Gedankengänge und das machte das Buch allein schon durch die eine Person fast unerträglich.
Von Vio erfuhr man ja leider nicht allzu viel, da sie schon sehr frühzeitig umgebracht wurde. Dennoch hatte ich von ihr ein klares Bild vor Augen und während sie ihre Sympathie-Punkte beibehalten hatte, war ich auf ihren Mörder einfach nur stinksauer. Ich dürfte das hier eigentlich garnicht erwähnen, aber es gab mehrmals einen Punkt, andem ich dachte: „Wieso Vio.. wieso nicht Lila“ .. so sehr ging mir die 15jährige Schülerin auf den Keks.
Alle anderen Beteiligten waren eher oberflächlich und sogar ein wenig trostlos gestaltet.. mir persönlich haben auch die Details gefehlt, um sie sich überhaupt vorstellen zu können.

*Schreibstil bzw Aufmachung des Buches* 

Bei „Schlehenherz“ handelt es sich um das zweite Buch, welches ich von der Autorin schon gelesen habe. Nach Purpurmond, von dem ich ja so begeistert war, konnte mich Schlehenherz ebenso überzeugen; zumindest wenn es um den Schreibstil geht. Frau Schmidt schreibt einfach wahnsinnig locker und humorvoll. Die teilweise doch sehr frechen, taffen Sprüche, die die Autorin geschickt in die Geschichte verstrikt hat, haben mich wieder einfach völlig eingenommen. Allerdings hab ich mich mehr als einmal gefragt, ob der humorvolle Einschlag in einem Jugend-Thriller so wirklich passend gewählt ist und ich konnte mich bis zuletzt nicht so recht entscheiden. Es war amüsant, doch manchmal hat es die komplette Atmosphäre derart durcheinander gebracht, dass ich Minuten lang erstmal wieder neu in die Geschichte eintauchen musste.
Ansonsten hat mir der Schreibstil eigentlich gefallen, wie schon erwähnt hat sich das Buch schnell lesen lassen und die bildhaften Beschreibungen blieben stets vorhanden und schafften so ein klares, innerliches Bild der Szenerie.

Die Gliederung des Buches war hingegen sehr gut gewählt. Die relativ kurzen Kapitel endeten stets mit einem Cliffhanger und trotz der stellenweisen Unpässlichkeit des Schreibstils hat sich das Buch zu einem Pageturner entwickelt. Man musste einfach beide Augen zu kneifen und über die ganzen Minus-Punkte hinweg sehen.

*Handlung*
Die gesamte Geschichte hat mich oftmals an „Schweig still süßer Mund“ von Janet Clark erinnert. Im Grunde war es fast genau gleich, doch nach meiner Recherche hab ich herausgefunden, dass beide Bücher im Januar 2012 herausgekommen sind und ich wage zu bezweifeln, dass in den 5 Tagen Unterschied jemand die gesamte Story kopieren und verlegen kann. Es geht grob gesagt einfach um zwei Mädels, die eine wird ermordert und die andere versucht auf Teufel komm raus, den Mörder ihrer besten Freundin zu finden und gerät dabei selbst ins Visier des Mörders. Alles schon bekannt und nicht wirklich einfallsreich. Außerdem finde ich, dass einiges doch recht unglaubwürdig rüber kommt; zumal ein 15jähriges Mädchen sicherlich mehr im Internet unterwegs ist, als Lila und dass man allgemein in diesem Alter viel mehr Interesse für die modernen Kommunikations-Mittel zeigt, als die Schülerin das tut. Ansonsten verbaut die Autorin viele schon bekannte Elemente, sodass es eigentlich keinen einzigen Überraschungs-Effekt mehr gibt.

*Spannung*
Die
Spannung… wie oft habe ich jetzt einen Text getippt und sofort wieder gelöscht, weil es einfach nicht der Wahrheit entsprach. Dieses Buch war teilweise schon sehr spannend und natürlich fragte ich mich bis zum Schluss, wer denn nun der Mörder von Vio war. Dies ist aber auch die einzigste Frage, die das Buch wirklich zu einem Pageturner macht. Man muss erfahren, wer hinter all dem steckt und man muss natürlich wissen, in wie weit Lila in die gesamte Geschichte hinein gezogen wird. Durch ihre nervige, trotzige und zickige Art hat sie oftmals den Lesefluss gestört, sodass ich immer wieder nur völlig entnervt mit den Augen rollen konnte. Andererseits.. Auch wenn Lila’s Suche immer wieder durch Nichtigkeiten unterbrochen wird, komme ich nicht drum herum zu behaupten, dass sich eine konstante Spannung eigentlich durch das gesamte Buch zieht. Nicht sonderlich stark, aber sie ist spürbar.


*Ende*
Auch bei diesem Werke handelt es sich wieder um einen Einzelband; demnach ist das Ende in sich abgeschlossen. Fragen werden größtenteils beantwortet, doch im Allgemeinen fand ich die Schlussszene; den Höhepunkt des Buches viel zu flach gehalten. Es ist zwar rasant, doch mir persönlich hat die Tiefe vollkommen gefehlt. Es war absehbar, es war vorhersehbar, es war nichts Neues und selbst als es nochmal richtig spannend hätte werden sollen, fiel die Spannung eher ab, als dass sie anstieg. An sich war ich also auch mit dem Ende alles andere als zufrieden.
                                                Fazit                                            

Tja, was soll ich sagen. Ich bin ziemlich zweigespalten, was das Buch angeht. Einerseits war der Schreibstil mal wieder nahezu perfekt, wenngleich er auch nicht ganz zur Thematik der Geschichte gepasst hat. Andererseits hab ich viel zu viele Kritik-Punkte, um sagen zu können, es war gut. Wer sich einen netten Zeitvertreib sucht, und der nicht allzu viel Wert auf authentische und liebenswerte Protagonisten legt, der dürfte mit Schlehenherz einen guten Fang machen – alle anderen: lieber Finger weg.

                      Bewertung in Schneeflocken                        

2 von 5 möglichen Sternen. Schade eigentlich, ich hatte deutlich mehr und deutlich Besseres erwartet.
                                        Die Autorin                                      

Bild & Text: (c) by Ueberreuter.at
Heike Eva Schmidt
wurde in Bamberg geboren und lebt heute in der Nähe von München. Schon
in der Grundschule begann sie, heimlich Geschichten zu erfinden und
aufzuschreiben. Zwanzig Jahre später erhielt sie ein Stipendium an der
Drehbuchwerkstatt München und arbeitet seitdem als Journalistin und
Drehbuchautorin. „Schlehenherz“ ist ihr erster Jugendroman.

                            Abschließende Worte                                

Wie immer möchte ich noch hinzufügen, dass dies meine persönliche Meinung ist und dass es lediglich meine Empfindungen sind. Sicherlich gibt es einige andere Ansichten; mir hat dieses Buch leider nicht zugesagt.

Falls ihr „Schlehenherz“ auch schon gelesen habt, so lasst mir doch mal eure Meinung und eure Rezension dazu hier; ich stöber immer wieder gern durch andere Blogs und seh mir auch immer wieder Rezensionen an, die so das pure Gegenteil von meiner Bewertung sind 😉
Ich hoffe, ich konnte euch mit dieser Rezension ein wenig weiterhelfen.


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