Titel: Wie die Luft zum Atmen

Autor: Brittainy C. Cherry
Verlag: Lyx Verlag
Reihe/Serie: #1 von #3 [?]
Übersetzer: Katja Bendels
Genre: New Adult // Erotik
Seitenanzahl: 368
ISBN: 978-3492060721
Erscheinungsdatum: 13.Januar.2017
Format: broschiert
Empfohlen ab 16 Jahren
Unverbindliche Preisempfehlung: 14,00€
Kauf-Möglichkeiten u.A.:
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Besonderheit: ———–
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Alle hatten mich vor Tristan Cole gewarnt, mich angefleht, ihm aus dem
Weg zu gehen. »Er ist ein Monster, er ist verrückt, und er ist tief
verletzt, Liz«, hatten sie gesagt. »Er ist nichts als die hässlichen
Narben seiner Vergangenheit.« Doch was sie alle ignorierten, war die
Tatsache, dass auch ich ein bisschen verrückt und tief verletzt war,
dass auch ich Narben hatte. Und keiner von ihnen bemerkte, dass ich an
Tristans Seite endlich wieder atmen konnte. Denn nicht zu vergessen, wie
man atmete, das war das Schwierigste, wenn man ohne die Menschen leben
musste, die man von ganzem Herzen liebte.

Vorweg; dieses Buch war der Coverkauf meines Lebens. Ich habe es schon lange vor Erscheinen entdeckt und war sofort Feuer und Flamme dafür. Als dann auch noch der Klappentext neugierig gemacht hat, bin ich pünktlich am Erscheinungstermin losmarschiert und habe es mir gekauft. Dass es nun bis Mitte Oktober bei mir rumlag und nur wenig Beachtung bekam, war natürlich nicht geplant – aber jetzt endlich habe ich beherzt danach gegriffen und kann euch endlich – ENDLICH – meine Meinung mitteilen. Los gehts:

Der Einstieg ist emotional schon enorm mitreißend. Dank des Klappentextes wissen wir Leser ja bereits, dass sowohl Tristan wie auch Liz tief verletzt wurden; und auf den ersten Seiten des Buches erleben wir auch gleich die jeweiligen Gründe dafür mit. Ein absolut toller Start in die Geschichte, der bereits erahnen lässt, was für ein großes Kino vor uns liegt. Auch sorgt dieser Einstieg, beide traumatischen Erlebnisse miterleben zu dürfen, dafür, dass wir uns sowohl dem männlichen wie auch dem weiblichen Protagonisten annähern können und beide Gedanken und Handlungen deutlich besser nachvollziehen können. Außerdem, und das ist fast das wichtigste: die beiden bekommen Tiefgang verliehen, der so manch anderem New Adult Charakter (in anderen Büchern) fehlt.

 Ich habe meine Eltern weggestoßen, weil ich nur noch ein Gespenst meiner selbst war. Ich habe mir so sehr gewünscht, tot zu sein, denn ich war mir sicher, es wäre besser so. Leichter. Aber dann bist du gekommen, und ich habe mich wieder daran erinnern können, wie es ist, am Leben zu sein“

[„Wie die Luft zum Atmen, S. 202]

Wie man jetzt schon aus dem vorherigen Abschnitt erahnen kann, geht die Lobeshymne in Bezug auf die Charaktere direkt weiter. Liz, unser Kämpferin, ist eine einzigartige Figur, die mich komplett für sich einnahm.Diese Figur hatte einfach alles, was ich mir stets von Personen in Büchern wünsche: sie brachte mich zum lachen, erwärmte mein Herz, machte mich traurig und trieb mich an den Rande eines Nervenzusammebruchs. Ich gestehe, ich konnte nicht all ihre Handlungen und Gedankengänge nachvollziehen, doch manchmal ist das auch gar nicht nötig; manchmal brauch das eine Geschichte einfach. Doch egal wie wütend ich auch teilweise auf Liz war, sie blieb für mich etwas Besonderes. Nicht nur, dass ich sie unheimlich authentisch und glaubhaft fand, auch der liebevolle Umgang mit ihrer kleinen Tochter Emma berührte mich zutiefst. Vielleicht ist das auch der Tatsache geschuldet, dass es viel zu selten Kinder in solchen New Adult Romanen gibt, doch für mich war Liz die perfekte Mutter. Gleichzeitig hatte sie noch so viele andere Facetten, wie eben die tief verletzte, traurige Frau; doch auch die beste Freundin, die Spießerin, die Draufgängerin. Ich hab dabei oft Angst, dass ein Charakter zu überladen und somit nicht echt wirkt; doch das hat die Autorin hier problemlos umschifft und so eine tolle Protagonistin geschaffen, mit der ich super gerne mitfieberte und mitleiden konnte.
Tristan, der männliche Protagonist begeisterte mich, wie es nicht anders zu erwarten war, mindestens genau so sehr wie Liz. (Man muss sich ja auch nur mal das Cover anschauen.) Er verkörperte tatsächlich alles, was ein neuer Anwärter auf den „Bookish Boyfriend“ mitbringen muss. Nicht nur dass er irrsinnig attraktiv dargestellt wurde, auch sein Charakter war die perfekte Mischung aus Bad Boy und Traumprinz. Er war enorm kalt am Anfang, was mich einige Nerven kostete, doch ich verspreche euch: jeder der dran bleibt und ihn nicht aufgibt, der wird dafür belohnt. Nachdem diese harte Schale, der „Mistkerl“ von ihm abbrökelte, muss man sich einfach in ihn verlieben. Sympathisch, authentisch und liebenswert, tierlieb, charmant und ein Kinderfan; und optisch immer noch der Bad Ass Charakter – der Traum einer jeden Leserin, oder? Und das alles auch noch ohne zu aufgesetzt zu wirken, sondern einfach echt.
Die Nebenfiguren besaßen auch unheimlich viel Tiefgang; ich hatte so das Gefühl, dass wirklich keiner zu kurz kam und all ihre Geschichten und Vergangenheiten wirklich gut ausgeleuchtet wurden und man deshalb einen noch besseren Draht zu ihnen aufbauen kann. Trotz der recht wenigen Seiten waren alle detailliert und bekamen größtenteils einen recht großen Part der Geschichte zugesprochen. Besonders Liz‘ beste Freundin war großartig und verlieh dem Ganzen noch das i-Tüpfelchen in Form von einer Menge Humor.
Bezüglich des Stils kann ich mich auch überhaupt nicht negativ äußern. Ich kam unglaublich gut rein, konnte der Geschichte sehr gut folgen und hatte stets, sowohl von Kulisse wie auch von den Charakteren ein klares Bild vor Augen. Allgemein ließ  sich dieses Buch sehr schnell und flüssig lesen und ich spürte überhaupt nicht, wie rasant die Seiten dahinflogen. Auch die Tatsache, dass so viele Infos auf so „wenige“ Seiten gepasst haben, ohne dass ich alles zu überstürzt fand. Brittainy C. Cherry hat mir hiermit wirklich bewiesen, dass sie ein riesiges Talent hat fürs Schreiben und ich definitiv noch mehr aus ihrer Feder lesen muss! Geschrieben wurde übrigens aus der ersten Person, was ich unheimlich angenehm und sehr passend gewählt fand; so fühlte man sich den Figuren einfach noch näher, als es ohnehin schon der Fall war.

Die Idee ist so eine Sache für sich. An und für sich gefiel mir der Grundgedanke des Buches, gerade in Bezug darauf, wie sich zwei tief verletzte Menschen kennen lernen und ihre Geschichten miteinander teilen, hat mich begeistert und teilweise zutiefst bewegt. Doch es gab eine Zeit in diesem Buch, die etwa ein Viertel der Geschichte einnahm, die einfach moralisch nicht vertretbar war. Wer mich kennt weiß, dass ich sowas oft nicht so eng sehe und eher locker mit so moralischen Aspekten umgehe; immerhin sich es Bücher, die uns aus dem Alltag entführen sollen und es sind einfach nur Geschichten; da kann man auch mal ein nicht nachvollziehbares Verhalten verkraften und ein Auge zudrücken. Jetzt war das aber hier etwas völlig anderes, was mich tatsächlich ein wenig schockiert hat. Ich fand das einfach nicht vertretbar und gerade im Young oder New Adult Bereich sollte wenigstens ein wenig darauf geachtet werden. Drogen, Alkohol und Sexapaden, ok.. aber das. Ich denke, wer das Buch gelesen hat, wird wissen worauf ich anspiele – ich kann nur nicht mehr verraten ohne zu spoilern. Nichts desto trotz oder trotz aller Kritik, die ich in der Moral sah, war es dennoch spannend und ich komme nicht umhin zu behaupten, dass ich auch währendessen absolut gefesselt war und unfassbar neugierig war, wie es weitergehen wird.
Ich war dann auch aber doch sehr froh, als sich dieses Drama endlich im Sand verlaufen hat und die Geschichte dann eine andere Wendung nahm, was ungefähr in der Mitte geschah. Ab da war ich wieder vollauf begeistert und stand absolut hinter dem Geschehen. Was mich ebenfalls sehr positiv stimmte und tatsächlich richtig überraschte, war dieser leichte Thriller-Einschlag, der noch mehr Spannung und Action mitbrachte und tatsächlich nicht so durchschaubar war, wie ich es schon oft erlebt habe.

Ganz typisch New Adult war dann aber wieder der Schluss. Unheimlich emotional und sehr bewegend, gleichzeitig aber auch schön in Szene gesetzt und mit ordentlich Nervenkitzel bespickt. Für mich ein gelungenes Ende, bei dem alle offenen Fragen noch ausreichend beantwortet und Verwirrungen aufgelöst wurden.

„Wie die Luft zum Atmen“ von Brittainy C. Cherry ist ein sehr emotionales Buch mit einzigartig liebenswerten Charakteren und einem tollen Schreibstil. Auch die Kulisse und die einzelnen Thriller-Elemente wissen zu überzeugen und bringen zusätzliche Spannung und Tempo in die Geschichte. Lediglich ein paar doch recht verwerfliche Momente trübten meinen Lesegenuss über eine gewisse Zeit (rund 1/4 des Buches). Doch davon hab ich mich nicht abschrecken lassen; und das solltet ihr auch nicht tun 😉 

Ich vergebe 4.5 von 5 Sternen und möchte eine absolute Lese-Empfehlung aussprechen; vor allem an die etwas älteren Leser, die charakterlich schon so gefestigt sind und sich von sowas nicht aus dem Lesefluss schubsen lassen. Ich ziehe lediglich für diese moralische Sache einen halben Stern ab; doch unterhalten hat mich die Geschichte wirklich erwähnenswert gut. Absolut lesenswert ♥

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Brittainy C. Cherrys erste große Liebe war die Literatur. Sie hat einen
Abschluss der Carroll Universität in Schauspiel und Creative Writing und
schreibt hauptberuflich Theaterstücke und Romane. Sie lebt mit ihrer
Familie in Milwaukee, Wisconsin.


An dieser Stelle möchte ich noch einmal erwähnen, dass alle Rechte (Coverbild, Klappentext, etc.) beim LYX-Verlag liegen und mich außerdem herzlich dafür bedanken möchte, die Bilder und Texte verwenden zu dürfen. 
Diese
Rezension entspricht meiner persönlichen Meinung und kann bei anderen
Bloggern oder Lesern wieder ganz anders ausfallen. Ich möchte darum
bitten, dies zu berücksichten.

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