Titel: Caraval
Es ist nur ein Spiel

Autor: Stephanie Garber
Verlag: HHV GmbH
Reihe/Serie: #1 von #?
Sprecher: Marie Bierstedt
Übersetzer: Diana Bürgel
Genre: Jugendbuch || Fantasy
Hördauer: 11Std28Minuten
Format: ungekürzte Lesung
ASIN: B06XGKR4GC
Erscheinung: 20.03.2017
Empfohlen ab 14 Jahren
Preisempfehlung: 9.95€
Kauf-Möglichkeiten u.A.:
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Scarlett lebt in der Obhut ihres gewalttätigen Vaters auf einer
abgeschiedenen Insel. Sie sehnt sich danach, die Heimat zu verlassen und
an dem legendären Spiel Caraval teilzunehmen, das die magische
Erfüllung von Wünschen, Abenteuer und Freiheit verspricht. Als Scarlett
vor ihrem Vater flieht und Caraval zum ersten Mal betritt, fühlt sie
sich am Ziel ihrer Träume. Doch etwas Dunkles und Geheimnisvolles umgibt
das verzauberte Spiel. Ist Caraval wirklich das, was Scarlett sich
erhofft hat, oder steckt etwas viel Gefährlicheres dahinter?

Diese Geschichte stand längere Zeit auf meinem Wunschzettel, eigentlich schon seit dem Erscheinen, doch irgendwie kam es nie dazu, dass ich es gekauft habe. Letzten Endes habe ich es dann bei Audible entdeckt und die Chance genutzt und eins meiner Guthaben dafür genutzt. Ob ich meine Entscheidung bereue, oder ob ich genau so begeistert bin, wie viele viele viele andere Leser / Hörer, das erfahrt ihr hier und jetzt:

Der Einstieg ist recht wirr, wie ich finde. Alles beginnt mit den Briefen, die unsere Protagonistin an den Veranstalter von Caraval schreibt. Diese dienen quasi als Sprungbrett in die Geschichte, denn kaum haben wir alle 5 oder 6 Briefe gehört, kommt endlich die lang ersehnte Antwort und es geht richtig los mit der Story. Wir treffen relativ zügig auf viele beteiligten Personen, allen voran natürlich auf Scarlett, dann auch auf ihre Schwester, Julian und auf den Vater der beiden Mädchen. Das Tempo wird dann auch direkt etwas angezogen und es kommt bereits jetzt eine gewisse Actiion auf, worüber ich mich unheimlich gefreut hatte. Nichts desto trotz muss ich sagen, dass ich den Einstieg wirklich nicht leicht fand; ich musste geschlagene 4x anfangen, ehe mich mich bereit fühlte, für die weitere Geschichte. Ob das nun daran lag, dass ich das Buch gehört habe, oder ob es beim Lesen genau so gewesen wäre, kann ich im Nachhinein natürlich nicht sagen.

Die Charaktere waren auch nicht ganz nach meinem Geschmack. Allesamt recht oberflächlich, konnte ich zu keinem von ihnen einen wirkliche Verbindung aufbauen oder jemanden ernsthaft ins Herz schließen. Scarlett, die Hauptfigur war mir irgendwie nicht wirklich sympathisch und ich konnte ihre Handlungen selten richtig nachvollziehen. Zum Teil wirkte sie extrem naiv, kindisch und wenn man die Lösung so klar vor Augen hat, es aber nicht kapiert, dann ist das schon fast dumm. Sie lief regelrecht mit Scheuklappen durch die Geschichte und obwohl sie oft erwachsen sein wollte, kam das einfach nur gezwungen rüber und schlug eher wieder ins Gegenteil um. Dann kamen immer wieder Situationen auf, in denen Scarlett einfach keine Entscheidungen treffen wollte. Dieses ‚Soll ich? – Soll ich nicht? – Soll ich? – Soll ich nicht?‘ ging mir so auf den Keks und ich war so genervt, dass es mir über kurz oder lang dann egal war, wie sie sich entschied. Dazu kam dann letzten Endes noch dieses Pflichtgefühl, das meiner Meinung nach einfach überzogen wirkte – da gehe ich aber bewusst nicht darauf ein, da ich ansonsten spoilern würde. Kurz gesagt: Scarlett und ich wurden keine Freunde, auch nicht, als sie endlich mal verstand, was Sache ist, denn irgendwie hatte ich dann das Gefühl, dass sie bei mir längst verloren hatte.

Ebenso verhielt es sich mit Donatella. Sie war eindeutig die aufgewecktere der beiden und während Scarlett immer alles x-mal abwog und überlegte, handelte Tella einfach. Das gefiel mir an ihr sehr gut, wenngleich auch sie irgendwie recht kindlich und naiv wirkte, kam es bei ihr einfach liebenswerter rüber. Letzten Endes spielt Tella aber eine wesentlich weniger tragende Rolle, als ich mir erhofft hatte, was mich dann auch nicht unbedingt positiver stimmte. 
Die anderen Figuren waren auch alle nicht besonders tiefgründig, lediglich Julian schaffte es irgendwie, mein Interesse zu wecken, während die anderen alle eher langweilig wirkten. Schade drum, denn es gab den ein oder anderen, der riesiges Potential aufwies. Allein schon, dass es auch Todesfälle gab, die mich komplett kalt ließen, spricht wohl für sich.
Der Sprecherin, Marie Bierstedt, ist mir in diesem Hörbuch das erste Mal begegnet und ich muss sagen, ich mag sie unheimlich gerne! Sie hat eine total angenehme Stimmfarbe und  spricht extrem deutlich, sodass ich die Geschwindigkeit getrost etwas höher stellen konnte. Ich konnte ihr super gut folgen und die verschiedenen Tonlagen bringen zusätzlich Spannung auf, was dem Buch eindeutig nicht geschadet hat. Die eher jung klingende Stimme passt prima zur Geschichte und verleiht ihr noch mehr Authensität. Ich persönlich werde mir definitiv noch mehr von der Hörbuch-Sprecherin ansehen und garantiert auch noch mehr hören.

Zu Stil werde ich bewusst wenig sagen, da ich beim Hörbuch nie wirklich sicher bin, ob es am Stil liegt oder an der Sprecherin. Also .. Stephanie Garber schreibt in recht kurzen, leicht verständlichen Sätzen, sodass man sehr schnell durch die Geschichte gleitet. Gleichzeitig schafft sie es aber auch mit Worten, richtige Bilder entstehen zu lassen, was mich positiv beeindruckte und doch irgendwie an das Buch fesselte. An manchen Stellen hatte ich jedoch auch das Gefühl, dass sich der Stil regelrecht überschlug und ich kam kurzzeitig einfach nicht mehr mit. Ich bin mir, wie gesagt, alles andere als sicher, ob es nun wirklich an der Autorin oder viel mehr an der allgemeinen Storyline liegt.
 
Der Grund-Gedanke des Buches ist nichts neues; wenn man sich einmal vor Augen führt, worum es geht, wird schnell klar, dass es bereits einige Geschichten auf dem Markt gibt, die in eine ähnliche Richtung gehen. Ein Geschwisterpaar, in diesem Falle zwei Schwestern leben in unzumutbaren Umständen, bekommen die Chance, sich durch ein Spiel einen Wunsch zu sichern und sich aus ihrem Albtraum-Leben raus zu wünschen. Erinnerte mich in gewisser Weise doch sehr an Die Tribute von Panem, oder an andere dystopisch angehauchte Bücher. Doch es wird auch ganz schnell klar, dass sich mehr hinter diesen ausgelutschten Idee verbirgt, als man anfangs annahm. Das Ganze geht mehr in die magische Welt, alles ist sehr düster und mysteriös und es gab sogar Todesfälle, womit ich so gar nicht gerechnet hätte. Es gab also doch recht interessante, spannende Plottwists, die ich bisher noch nicht in solch Grundideen vorgefunden hatte.

Die Umsetzung wardann aber wieder wenig zufriedenstellend. Ich fand, es kam einfach keine wirkliche Spannung auf. Klar, mein Interesse daran zu erfahren, wie alles endet, war schon da, aber es hätte mich nicht all meine Nerven gekostet, wenn mir das Buch jemand mitten drin weggenommen hätte. Einerseits lag das natürlich auch daran, dass ich mich mit Scarlett nicht anfreunden konnte, aber andererseits kam auch kein richtiges Tempo auf und lalles plätscherte so dahin. Das Worldbuilding war bewunderswert, keine Frage, aber es riss mich einfach nicht so mit, wie ich es mir erhofft hatte.
Auch der Schluss überzeugte mich nicht. Ich fand alles sehr schnell, fast gar gehetzt, als hätte die Autorin die Auflage bekommen, auf keinen Fall mehr als 400 Seiten zu schreiben. Auch dieses Wirrwarr (wer es gelesen hat, weiß was ich meine) war einfach unnötig und ich kam gen Ende, auch nach zweimaligem Hören nicht mehr richtig mit.

‚Caraval: Es ist nur ein Spiel“ von Stephanie Garber war keineswegs das Highlight, das ich erwartet hatte. Im Netz schwirren endlos viele Lobeshymnen zu der Geschichte herum, doch ich teile diese Meinung nicht. Eine Protagonistin, die nicht sympathisch ist, trifft hier auf eine tolle Idee mit viel Potential, das aber leider nicht ausgenutzt wurde, meiner Meinung nach. Zum krönenden Abschluss gibt es dann noch eine Auflösung, die ich nicht richtig verstehen konnte und der mir einfach zu abgehetzt rüber kam. Schade.

Ich vergebe 2.5 von 5 Sternen, immerhin fand ich Idee, Einflüsse, Stil und Sprecherin wirklich gut und obwohl mich die Geschichte an und für sich nicht 100% überzeugen konnte, bin ich doch sicher, dass sich einige andere Leser finden lassen, die dieses Buch abgöttisch lieben werden. Von mir jedoch leider keine Hör,- oder Leseempfehlung.

 

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Stephanie Garber wuchs in Kalifornien auf, wo sie oft mit Anne Shirley,
Jo March und anderen Romanfiguren mit ungezügelter Vorstellungskraft
verglichen wurde. Neben ihrer Arbeit als Autorin ist sie Lehrkraft für
Kreatives Schreiben und träumt von ihren nächsten großen Abenteuern.


An dieser Stelle möchte ich noch einmal erwähnen, dass alle Rechte (Coverbild, Klappentext, etc.) bei Audible und beim Piper-Verlag liegen und mich außerdem herzlich dafür bedanken möchte, die Bilder und Texte verwenden zu dürfen.
Diese
Rezension entspricht meiner persönlichen Meinung und kann bei anderen
Bloggern oder Lesern wieder ganz anders ausfallen. Ich möchte darum
bitten, dies zu berücksichten.

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