Titel: Das Geheimnis von Tylandor

Autor: Matthias Sachau
Verlag: dtv junior
Reihe/Serie: #1 von #?
Genre: Jugendbuch
Seitenanzahl: 432
ISBN: 978-3423761277
Erscheinungsdatum: 20.November.2015
Format: Hardcover
Empfohlen: 10 – 13 Jahren
Unverbindliche Preisempfehlung: 14.95€
Kauf-Möglichkeiten u.A.:
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Besonderheiten: keine bekannt
Leseprobe: leider nirgends gefunden
 
 

Vor über 1000 Jahren verschwanden über Nacht alle Bewohner aus Tylandor,
der alten Stadt der Zauberer, und auch heute noch fehlt jede Spur von
ihnen. Zurück blieben nur ihre magischen Geräte und Bücher. Über die
Jahre wurde die Stadt wieder besiedelt, doch die magische Gabe der
Zauberer scheint für immer verloren. Bis der Fischerjunge Timur nach
Tylandor kommt und durch einen Zufall die magische Gabe, das Olisam, in
ihm zu leuchten beginnt. Doch damit weckt er finstere Mächte und alte
Feindschaften, durch die nicht nur er selbst, sondern die ganze Stadt in
große Gefahr gerät. Mit seinen treuen Gefährten Julina und Malakin muss
Timur hinter das Geheimnis von Tylandor kommen, ehe es zu spät ist.

Dieses Werk begegnete mir nicht ganz zufällig. Der Autor höchstpersönlich hat es mir angeboten als Rezensionsexemplar und nachdem ich Cover gesehen und Klappentext gelesen hatte, war mir klar, dass ich da nicht ablehnen konnte. In der Zwischenzeit habe ich auch einige Booktuber und Buchblogger entdeckt, die es bereits gelesen oder zumindest erhalten habe. Manche sprechen von einer Geschichte im Stil von Harry Potter, andere widerum haben das Ganze abgebrochen. Wie meine Meinung ausfällt, erfahrt ihr jetzt:

Der Einstieg fiel mir entgegen aller Erwartungen wahninnig leicht. Ich hab bekanntlich bei solchen High-Fantasy-Geschichten so meine lieben Problemchen, was das ‚reinkommen‘ betrifft, doch in diesem Werk fühlte ich mich direkt zuhause und somit pudelwohl. Ich fieberte quasi von der ersten Seite an mit unserem Hauptcharakter Timur mit und hatte keine Probleme, mir Tylandor vorzustellen. Auch die einzelnen ‚Stadtteile‘ wie Foigor, aus welchem Timur stammt, Halum, in das Timur frisch umgezogen ist und Aramburg, die reiche Viertel waren mir sofort bildlich vor Augen erschienen.

Wie bereits erwähnt dreht sich in diesem Buch alles um den 13-jährigen Timur, der als Außenseiter einen relativ schweren Stand in Halum, wo Foigi doch von allen verspottet wurden. Dennoch schafft er es problemlos, sich trotz des Mobbings der herrschenden Gang, einen Platz in meinem Herzen zu ergattern, ohne Mitleid zu erhaschen. Er war einfach sympathisch und glänzte durch die Bank weg mit mutigen Aktionen, einem großen Herzen und seiner, für sein Alter, sehr reifen Art. Ich konnte selbst als Erwachsener jede Handlung und jeden Gedankengang nachvollziehen, auch wenn ich manchmal über die Naivität von Timur schmunzeln musste. Sein gesamter Charakter wirkte permanent authentisch und real, sodass ich sehr leicht mit ihm durch die Geschichte wandern konnte.
Auch die Nebenfiguren gefielen mir ausgesprochen gut. Malakin und Julina waren nicht nur Timur’s Klassenkameraden, sondern auch seine besten Freunde und verkörperten dies mit jeder Faser ihres Körpers – frei nach dem Motto ‚Alle für Einen – Einer für Alle‘. Besonders Julina fand ich zuckersüß und so liebenswert; während ich zu Malakin keine allzu große Verbindung aufbauen konnte. Nichts desto trotz waren mir alle drei Kinder ans Herz gewachsen. Ebenso natürlich auch Timur’s Vater, die drei Fürsten, etc.

Der Stil war unglaublich gut! Absolut jugendgerecht und der Thematik angepasst, und dennoch locker und leicht, auch für mich als Erwachsenen, zu lesen. Ich rutschte nur so durch die Seiten, war dennoch gefesselt und es fiel mir schwer, das Buch auch mal aus den Händen zu legen. Außerdem trumpfte der Autor auch mit eingehenden, aber keinen zu ausladenen Beschreibungen auf. Wie oben auch schon kurz angeschnitten, hatte ich permanent ein klares Bild vor Augen und fühlte mich, als wäre ich live mit dabei gewesen in Tylandor und dessen Umland. Geschrieben wurde übrigens in der dritten Person, was ich hier als sehr passend empfinde und ja bekanntlich meine liebste Erzählweise ist.

Die Idee. Jetzt kommen wir ganz kurz zu dem Gerücht, dass die Geschichte Harry Potter ähnelt. Dem stimme ich in keinster Weise zu! Natürlich ist da dieses Grundgerüst: 3 Freunde, davon 2 Jungs und 1 Mädchen, eine magische Schule, Abenteuer. Das wars dann aber auch schon. Während mich Harry Potter immer ein bisschen an eine Internats-Geschichte erinnerte, fühlte ich mich hier deutlich mehr in einem Abenteuer. Die magische Schule, die in diesem Buch ‚Balinford‘ genannt wird, spielt nur eine untergeordnete Rolle und auch die Magie ist nicht das, was sie in Harry Potter ist. Allgemein spielt dieses Werk viel mehr draußen, als innerhalb von Gebäuden oder ähnlichem. Ich möchte auch keine Gegenüberstellung oder einen Vergleich aufstellen; sondern ‚Das Geheimnis von Tylandor‘ ganz objektiv betrachten; ich wollte nur eben anmerken, dass ich keineswegs glaube, dass sich diese beiden Büchern ähnlich sind. 

Und nun kommen wir zur Umsetzung der Idee. Das erste Wort, was mir dazu einfällt ist ‚wow‘ !! Schon auf den ersten Seite war das Buch unglaublich atmosphärisch und stimmungsvoll. Das zog sich dann auch durch die ganzen 432 Seiten und es wurde in keiner Sekunde langweilig. Wenn es denn mal ruhiger wurde, wurde der Leser mit Informationen beliefert, die alle interessant rüber kamen und stets auch für den weiteren Verlauf gebraucht wurden. Auch waren alle Infos sehr gut verpackt, sodass man nie das Gefühl hatte, überflutet zu werden mit dringend benötigten Erklärungen; sondern erfuhr man eher alles beiläufig und dennoch konnte ich mir das Meiste prompt auch einprägen und merken. Kurz um, es blieb einfach permanent sehr spannend und die allgemeine Spannungskurve blieb eindeutig über dem Durchschnitt – und das bei einem ‚Kinderbuch‘ – Hut ab!

 
Ich bin mit relativ geringen Erwartungen an dieses ‚Kinderbuch‘ heran gegangen und wurde geflasht ohne Ende. Atmosphärisch, spannend und mit wunderbar sympathischen Figuren. Dabei setzt der Autor auf eine wohl geformte, sehr gut ausgearbeitete Welt, die mir sofort in ihren Bann zog. Und als kleines Sahnehäubchen liefert das Buch auch noch interessante Abenteuer, ganz neue Ideen und ein Ende, das einem Feuerwerk in nichts nachsteht. Für mich ein regelrechtes Highlight und wer sich gern in fremde Welten entführen lässt und dabei keine Probleme hat mit außergewöhnlichen Namen, der wird ‚Das Geheimnis von Tylandor‘ sicherlich lieben. 
 

Ich vergebe 5 von 5 Sternen, denn jeder Abzug wäre absolut ungerechtfertigt. Nie hätte ich gedacht, dass mich ein Buch, das für Kinder ab 10 Jahren empfohlen ist, so begeistern kann. 1000%ige Lese-Empfehlung für alle, die gern in Fantasy-Welten eintauchen und sich entführen lassen und für alle dabei auch gern mal auf Geschichten für die jüngere Generation einlassen können.

Matthias Sachau

Matthias Sachau wurde 1969 in München geboren. Seit 1990 lebt und
arbeitet er als freier Autor und Texter in Berlin. Er ist einer der
erfolgreichsten deutschen Comedy-Schriftsteller. Das ›Geheimnis von
Tylandor‹ ist sein erstes Buch für Kinder.

Autoren-Homepage ► klick


An dieser Stelle möchte ich noch einmal erwähnen, dass alle Rechte (Coverbild, Klappentext, etc.) beim dtv-Verlag liegen und mich an dieser Stelle herzlich dafür bedanken möchte, die Bilder und Texte verwenden zu dürfen. Außerdem danke ich dafür, dieses Buch als Rezensions-Exemplar erhalten zu haben.
Diese
Rezension entspricht meiner persönlichen Meinung und kann bei anderen
Bloggern oder Lesern wieder ganz anders ausfallen. Ich möchte darum
bitten, dies zu berücksichten.

Ein Gedanke zu “||► Rezension ◄|| „Das Geheimnis von Tylandor“ von Matthias Sachau”

  • Hallo 😉
    Durch LovelyBooks bin ich auf deinen Blog gekommen, habe etwas gestöbert und bleibe gern als Leserin.
    Dieses Buch hatte ich mir schon vermerkt und nach deiner Rezension bin ich doch gespannt, wie es auf mich wirkt.
    Ich hoffe, dass es dir gesundheitlich schon bald besser geht und hinterlasse ganz liebe Grüße,
    Hibi

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