Titel: Falsche Schwestern

Autor: Cat Clarke
Verlag: FJB – Verlag
Reihe/Serie: Einzelband
Übersetzer: Jenny Merling
Genre: Jugendbuch / Jugendthriller
Seitenanzahl: 400
ISBN: 978-3841402257
Erscheinungsdatum: 25.August.2016
Format: broschiert
Empfohlen ab 14 Jahren
Unverbindliche Preisempfehlung: 14,99€
Kauf-Möglichkeiten u.A.:
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Besonderheiten:  — keine bekannt —
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Vor 13 Jahren verschwand meine Schwester. Jetzt ist sie wieder da.
Nichts ist, wie es war. 
Stell dir vor, du hast deine Schwester verloren. Kidnapping. Seit der
Entführung vergehen deine Eltern vor Kummer. Das Loch, das deine
Schwester in der Familie hinterlassen hat, ist immer schmerzhaft
präsent. Alles fällt auseinander. Stell dir vor, deine Schwester
taucht plötzlich wieder auf. 13 Jahre später! Bei deinen Eltern ist die
Freude riesig. Alle scheinen glücklich, aber sie drängt sich so in den
Mittelpunkt, dass für dich kein Platz mehr in der Familie ist. Sogar
deinen Freund spannt sie dir aus. Doch dann passiert etwas, das alles verändert.

Wie beinah immer wurde ich auch auf dieses Buch nur durch Youtube aufmerksam. Ich kann gar nicht mehr benennen, wer es alles erwähnt hat, doch nachdem Alicia von AllAboutAlice so begeistert davon war, wollte ich es auch unbedingt haben. Dank des Verlags durfte ich es sogar als Rezensions-Exemplar haben und ich konnte mich direkt nach dem Eintreffen draufstürzen. Meine Erwartungen waren enorm hoch, und ob sie erfüllt worden sind, oder ob sich eher Enttäuschung breit gemacht hat, erfahrt ihr jetzt:

Der Einstieg glückte mir schon mal sehr gut, was meine Erwartungen in dieser Hinsicht also schon mal erfüllte. Ich hab mich direkt unheimlich wohl in der Geschichte gefühlt und war überrascht, wie dicht die Atmosphäre bereits auf den ersten Seiten ist. Meine angeborene Neugierde sorgte dann auch dafür, dass ich ziemlich schnell vom Buch gefangen war und schon zu Beginn richtig mitfieberte. Alles begann mit ener relativ unbedeutenden Szene, die jedoch schnell auf das eigentliche Hauptproblem der Familie hindeutet. Schnell wird klar, dass das keine Bilderbuch-Familie ist und dass der Haussegen teilweise wirklich enorm schief hängt. Was mich dann auch direkt noch positiver stimmte, denn entgegen meiner Vermutung, auf eine gebrochene, aber zusammengeschweißte Familie zu treffen, in der Trauer der Hauptbestandteil des Lebens ist, zu stoßen, erfüllte sich zum Glück nicht.

Die Figuren waren allesamt sehr verschieden, besaßen alle ihre Ecken und Kanten und Fehler und wurde so unheimlich realistisch und glaubhaft. Alles voran natürlich unsere Hauptfigur Faith – nicht nur, dass sie einen tollen Namen hatte, sie trug ihr Herz auch definitiv am rechten Fleck. Ich kann nur immer wieder betonen, dass die Autorin mit Faith eine absolut lebenechte Figur geschaffen hat, der ich jede Handlung und jeden Gedankengang zu 100% abnahm und im Nachhinein sagen kann: ich hätte es genau so gemacht. Für mich war sie nicht nur eine ehrliche Protagonistin, sondern auch eine Freundin, die ihre Emotionen teilweise gut versteckte, teilweise aber auch gerade heraus aussprach. Dieser Mix aus Teenager und „gebrochener Persönlichkeit“ war für mich perfekt und rückblickend empfand ich sie als eine der tollsten Figuren, denen ich jemals in einem Buch begegnet bin. Müsste ich einen Kritikpunkt an ihr finden, wäre es wohl diese Nachgiebigkeit, die sie manchmal an den Tag legte – da war ich an 1-2 Stellen nciht 100% eins mit ihr, aber ich verstand dennoch, warum sie so handelte und dachte, und nur das zählt meiner Meinung nach.
Alle anderen Figuren spielten in gewisser Weise nur Nebenrollen – natürlich gab es wichtige Personen wie z.B.: Laurel, die jahrelang verschollene Schwester von Faith, aber auch Thomas, Faith’s Freund ist aus der Geschichte nicht wegzudenken. Dennoch nahmen sie nicht einmal einen Bruchteil von der Wichtigkeit ein, wie Faith es tat, weswegen ich bewusst nicht näher auf diese Figuren eingehe. Gesagt sei jedoch, dass ich jeden einzelnen sehr detaillreich und authentisch dargestellt fand und ich auch an den „Nebencharakteren“ überhaupt nichts zu kritisieren habe.

Der Stil war grandios! Wie oben schon erwähnt schafft Cat Clarke eine ziemlich mitreißende Atmosphäre, die sehr dicht ist und mich direkt für sich gewann. Während des Lesens schaltete ich komplett ab und fühlte mich richtig eingehend in die Geschichte versetzt, fast so als gäbe es einen Strudel, der mich bis tief in die Story hineinzog. Dennoch, und das war mir besonders wichtig, war das Buch sehr leicht zu lesen und ich kam unheimlich schnell voran. Diese 400 Seiten haben sich angefühlt, als wäre ich innerhalb von nur wenigen Minuten durchgeschlittert, auch wenn ich, aufgrund Zeitmangel, viel zu lange für diese Geschichte gebraucht habe. Spätestens nach „Falsche Schwestern“ ist mir klar, dass ich auch die anderen Bücher von Cat Clarke lesen will, allein des Stils wegen. Geschrieben ist das Buch übrigens aus der ersten Person und in der Gegenwart – etwas, was ich eigentlich überhaupt nicht mag, doch hier hat es mich zu keiner Sekunde gestört und es nachdem ich mir Gedanken über diese Rezension gemacht habe, ist es mir erst richtig bewusst geworden.

Die Idee war in gewisser Weise nichts Neues. Auch die Auflösung lag schon sehr früh auf der Hand, auch wenn ich an meiner Vermutung, wie das ganze enden könnte, mehr als einmal gezweifelt habe. Dennoch denke ich, dass es solche Bücher so, oder in ähnlicher Form schon gibt. Was ich jedoch besonders fand, war die Tatsache, dass hier das Augenmerk auf der Schwester des Opfers lag, und nicht auf den Eltern. Außerdem war es unheimlich interessant zu verfolgen, wie sich die Familie entwickelte, einmal natürlich kurz nach dem Verschwinden von Laurel und während der Zeit, in der sie verschwunden war, und auf der anderen Seite, nach dem Wiederauftauchen der inzwischen 19-jährigen Frau. Das ganze Buch hatte nicht nur eine „Thriller-Seite“, sondern auch eine psychologische Seite, die das Gesamtbild einfach abrundete. Außerdem hat Cat Clarke einige weitere spannende Elemente mit in die Geschichte einfließen lassen und das alles auf Jugendbuch-Basis, was ich bewundernswert finde!

Die Umsetzung gefiel mir daher auch sehr gut. Dass ich von der ersten Seite an voll im Buch drin war, hab ich ja ebenfalls schon erwähnt; und viel mehr gibt es da gar nicht zu sagen. Es riss mich mit, wurde nie langweilig, barg Spannung und interessante Einblicke in das Leben einer Familie, die ihr Kind verloren hat und später in eine Familie, die ihr Kind nach über 13 Jahren wieder bei sich hat. Dass Laurel schon recht früh auftauchte in dem Buch sorgte dafür, dass man als Leser natürlich mitfiebert und wissen will, was das Mädchen in all den Jahren so erlebt hat – das zieht den Spannungsbogen einfach sehr weit auseinander und beschert ein tolles Leseerlebnis. Emotionen wie Freude, Glück, Trauer, Überraschung stehen bei dem Buch an der Tagesordnung und erreichten mich alle problemlos. Letzten Endes fand ich die Auflösung nicht unsagbar überraschend – auch unerwartete Wendungen gibt es nicht viele, das schiebe ich jedoch auf den Umstand, dass ich einfach schon unheimlich viele Thriller (egal ob für Erwachsene oder für Jugendliche) gelesen habe und einfach schon eine gewisse Erfahrung mit diesen Themen habe. Aber wie gesagt, ich fand die Umsetzung dennoch absolut gelungen und sehr mitreißend, da kann ich über den etwas verhersehbaren Schluss gut hinweg sehen.

 

Dieses Buch hat mich tatsächlich fast 100% von sich überzeugt! Herrlich glaubhafte Figuren, ein absolut mitreißender Stil und eine tolle Grundidee mit einigen interessanten Aspekten machten das Buch für mich zu einem wahren Pageturner. Wer sich gern in eine realistische Story begeben will und sich dabei nicht dran stört, dass man bereits zu Beginn ahnt, wie sich das Ganze entwickelt, wird „Falsche Schwestern“ lieben! Für mich jedenfalls hat sich dieses Buch unheimlich gelohnt und mir einige herrlich interessante, spannende Lesestunden beschert.

Ich vergebe 5 von 5 Sternen und spreche eine absolute, bedingungslose Lese-Empfehlung für all diejenigen aus, die gern Thriller lesen und dabei auf ein interessantes Teenager-Leben nicht verzichten wollen. Für mich gab es zwar 1-2 klitzekleine Mängel, jedoch war das Lese-Erlebnis derart gut und mitreißend, dass ich diese kleinen Kritikpunkte einfach getrost ignoriere und auf mein Bauchgefühl höre – das schreit nämlich lauthals HIGHLIGHT ♥

 

Cat Clarke

Cat Clarke wurde in Sambia geboren, hat aber den Großteil ihres Lebens
in Schottland verbracht. Bevor sie ihren ersten Roman schrieb,
arbeitete sie in einem englischen Verlagshaus als Kinderbuchlektorin.
Selbstgestrickte Wollmützen sind ihr Markenzeichen – spannende
YA-Bücher ihre Leidenschaft. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in London



An dieser Stelle möchte ich noch einmal erwähnen, dass alle Rechte (Coverbild, Klappentext, etc.) beim FJB-Verlag liegen und mich außerdem herzlich dafür bedanken möchte, die Bilder und Texte verwenden zu dürfen. Außerdem möchte ich mich auch dafür bedanken, dass mir das Buch zu als Rezensions-Exemplar zur Verfügung gestellt wurde.
Diese
Rezension entspricht meiner persönlichen Meinung und kann bei anderen
Bloggern oder Lesern wieder ganz anders ausfallen. Ich möchte darum
bitten, dies zu berücksichten.

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