Titel: Layers
Autor: Ursula Poznanski
Verlag: Loewe-Verlag
Reihe/Serie: Einzelband
Genre:(Jugend)Thriller
Seitenanzahl: 450
ISBN: 9783785582305
Erscheinungsdatum: 17.August.2015
Format: kartoniert/broschiert
Empfohlen: ab 14 Jahren
Unverbindliche Preisempfehlung: 14.99€
Kauf-Möglichkeiten u.A.:
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Besonderheiten: keine bekannt

   

Seit Dorian von zu Hause abgehauen ist, schlägt er sich auf der Straße
durch – und das eigentlich recht gut. Als er jedoch eines Morgens neben
einem toten Obdachlosen aufwacht, der offensichtlich ermordet wurde,
gerät Dorian in Panik, weil er sich an nichts erinnert: Hat er selbst
etwas mit der Tat zu tun?
In dieser Situation bietet ihm ein Fremder
unverhofft Hilfe an und Dorian ergreift die Gelegenheit beim Schopf –
denn das ist seine Chance, sich vor der Polizei zu verstecken. Der
Unbekannte engagiert sich für Jugendliche in Not und bringt Dorian in
eine Villa, wo er neue Kleidung, Essen und sogar Schulunterricht erhält.

Doch umsonst ist nichts im Leben, das erfährt Dorian recht schnell.
Die Gegenleistung, die von ihm erwartet wird, besteht im Verteilen
geheimnisvoller Werbegeschenke – sehr aufwendig versiegelt. Und als
Dorian ein solches Geschenk nach einem unerwarteten Zwischenfall behält,
wird er von diesem Zeitpunkt an gnadenlos gejagt. 

Der Einstieg in die Geschichte war sehr Poznanski-mäßig; man wird nämlich schon während der ersten Zeile mitten ins Geschehen hinein geworfen. Man lernt den Protagonisten gleich in einer recht extremen Situation kennen und kann ihn so, zumindest kam es mir so vor, deutlich besser einschätzen. Alles in allem war es mir möglich, schon in den ersten Sekunden mitzufiebern und die Spannung kam auch direkt in Fahrt.
Dorian ist ein sehr realer, liebenswerter Charakter, der auf seinen Grundsätzen beharrt und sich somit noch beliebter bei mir machte. Er handelte stets durchdacht, nie kopflos und hatte auch in Stress-Momenten einen kühlen Kopf bewahren können. Seine Gedankengänge waren ebenfalls total nachvollziehbar und seine Art begeisterte mich immer mehr. Ich mochte ihn, seine Art und seine Vernunft. Ich für meinen Teil, konnte ihn für nichts was er tat in irgendeiner Weise verurteilen – im Gegenteil: durch seine klugen Entscheidungen wirkte er für seine 17 Jahre sehr reif und erwachsen. Bzw. doch – ich glaube, ich hätte an manch einer Stelle doch anders gehandelt, verstand aber die Neugier und den Willen, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Und hätte er das getan, was ich getan hätte, so würde er heute noch im Dunkeln tappen. Auch die anderen Figuren besaßen mehr als nur ausreichend viel Tiefgang. Jeder von ihnen hatte Ecken, Kanten und Macken, aber waren sehr lebensnah und ich konnte mir jeden bildlich vor Augen führen. Ebenfalls war es mir möglich, die Figuren aufzuteilen und mir meine Lieblinge rauszupicken. Dennoch muss ich auch erwähnen, dass jeder einzelne von ihnen, auch Dorian, in gewisser Weise undurchschaubar und unnahbar war (was in einem Thriller natürlich fast Pflicht ist).
Wie gewohnt gefiel mir Ursula Poznanski’s Schreibstil wahnsinnig gut. Sie schafft ganz neue Welten mit einfachen Worten, sodass man sich von ihren Geschichten regelrecht aus dem Alltag entführen lassen kann. Diese Frau hat ein riesiges Talent fürs Schreiben und mit bloßen Silben schafft sie Spannung und kann, wenn es drauf ankommt, sogar richtige Rasanz in die Story einbringen, völlig egal, was sie schreibt: es kommt nur drauf an, wie sie es schreibt. Was mich ein bisschen störte waren die recht auffälligen Wortwiederholungen, bzw. die Tat-Wiederholungen.

Neben dem actionreichen Schreibstil baut die Autorin in Layers auch etliche Überraschungen und Wendungen ein und führt den Leser gekonnt auf falsche Fährten. Es war mir beinah durchgehend unmöglich, jemanden über mehrere Seiten zu verdächtigen, denn kaum überlegte ich in eine gewisse Richtung, wurden diese Überlegungen auch schon wieder unterbrochen und zu Nichte gemacht und in eine andere Richtung gelegt. Spannung ohne Unterbrechung ist somit ebenfalls garantiert.
Ich als Leser kann also sagen (zumindest was mich betrifft), dass mich die Geschichte wirklich fesseln konnte und ich vollkommen geflasht war von den Ereignissen und den grandiosen Ideen, die Frau Poznanski da auf Papier gebracht hatte.
Der Schluss bescherte mir dann noch einmal richtiges Herzrasen. Die Spannung war beinah greifbar und die Rasanz war atemberaubend. Alles kam Knall auf Fall und die Auflösung empfand ich als sehr überraschend – ich gehe davon aus, dass wirklich einer der Leser, die mit mir an der Leserunde beteiligt waren, die richtigen Schlüsse gezogen hat.
Was mich ein wenig stört war die Tatsache, dass so manch eine Frage offen blieb. Ich hätte gern mehr über die gesamte Hauptstory erfahren, oder zumindest die Hintergründe. (das alles ist schwer zu beschreiben, ohne wirklich zu spoilern – aber wer das Buch gelesen hat, wird sicherlich wissen, was ich meine.). Beispielsweise die Frage „Wie funktioniert das alles, ist das auch im wahren Leben tatsächlich möglich?“ etc. Das wäre noch der krönende Abschluss des Werkes gewesen, aber ich denke, da kann man drüber hinwegsehen.
 
Dieses Fazit fällt mir ziemlich leicht: Diese Story ist absolut lesenswert und besticht durch moderne Elemente, einer gehörigen Portion Spannung und einem liebenswerten Protagonist sowie detailreichen Nebenfiguren. Wer sich eine spannende Lektüre wünscht, die wirklich zu fesseln weiß und einen auch nach dem Lesen nicht mehr loslässt, der ist mit Layers von Ursula Poznanski gut bedient. Ich empfehle dieses Buch bedingungslos weiter für alle die Nervenkitzel und Mitraten sowie Mitfiebern lieben.

Die beiden Kritikpunkte, die ich oben erwähnt habe, lasse ich einfach mal unter den Tisch fallen, schließlich machen die Highlights der Geschichte alles wieder wett und bescheren unvergessliche Stunden in Dorian’s Welt. Dieses Buch spielt ganz ganz ganz oben mit und ist Poznanski-typisch ein richtiger Pageturner.

 

Ursula Poznanski
Ursula Poznanski, geboren in Wien, studierte sich einmal quer durch das
Angebot der dortigen Universität, bevor sie nach zehn Jahren die
Hoffnung auf einen Abschluss begrub und sich als Medizinjournalistin dem
Ernst des Lebens stellte. Nach der Geburt ihres Sohnes begann sie
Kinderbücher zu schreiben. Ihr Jugendbuchdebüt Erebos erhielt zahlreiche
Auszeichnungen (u. a. den Deutschen Jugendliteraturpreis) und machte
die Autorin international bekannt. Inzwischen ist sie eine der
erfolgreichsten Jugendbuchautorinnen Deutschlands und schreibt zudem
Thriller-Bestseller für Erwachsene. Sie lebt mit ihrer Familie im Süden
von Wien.

Homepage von Ursula Poznanski *klick*


An dieser Stelle möchte ich noch einmal erwähnen, dass alle Rechte (Coverbild, Klappentext und Autorenfoto) beim Loewe-Verlag liegen und mich an dieser Stelle herzlich dafür bedanken möchte, die Bilder und Texte verwenden zu dürfen.
Diese Rezension entspricht meiner persönlichen Meinung und kann bei anderen Bloggern oder Lesern wieder ganz anders ausfallen. Ich möchte darum bitten, dies zu berücksichten. Für mich war dieses Buch ein absolutes Highlight und die Tatsache, dass Ursula Poznanski zu meinen absoluten Lieblings-Autoren gehört, hat sich keineswegs geändert, sondern wurde durch „Layers“ nur noch bekräftigt.

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