Titel: Pandora – Wovon träumst du?

Autor: Eva Siegmund
Verlag: cbt Verlag
Reihe/Serie: Einzelband
Genre: Jugendbuch / Dystopie
Seitenanzahl: 496
ISBN: 978-3570310595
Erscheinungsdatum: 11.April.2016
Format: broschiert
Empfohlen ab 13 Jahren
Unverbindliche Preisempfehlung: 12.99€
Kauf-Möglichkeiten u.A.:
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Besonderheiten: ———-
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Sophie lebt in einer Welt, in der alle durch einen Chip im Kopf
jederzeit unbeschwert online gehen können. Als sie erfährt, dass sie
adoptiert ist und eine Zwillingsschwester hat, erkunden die Mädchen
damit ihre Vergangenheit – und stoßen schon bald auf seltsame
Geheimnisse. Ihre Recherchen bringen den Sandman auf ihre Spur. Er will
die Menschheit mithilfe eines perfekt getarnten Überwachungssystems
beherrschen, und nur die Zwillinge können ihn und seine allmächtige
NeuroLink Solutions Inc. zu Fall bringen. Doch das bringt sie in höchste
Gefahr …

Dieses Buch stand auf meiner Wunschliste ganz oben; also hieß es für mich: losziehen und kaufen! Gesagt, getan. Doch die anfangs durchweg positiven Meinungen wurden dann auch immer wieder durch eine wenige gute Rezension unterbrochen. Ich war dennoch neugierig und hab mich ohne lange darüber Nachzudenken sofort drauf gestürzt. Wie meine Meinung ausfällt, erfahrt ihr jetzt:

Schon während der ersten Seite war ich voll auf von der Geschichte gefesselt. Der Einstieg war derart leicht und einfach, dass ich überhaupt keine Probleme hatte, mich im Geschehen zurecht zu finden. Alles beginnt mit einem sehr spannenden „Prolog“, der Spannung, Action und ein sehr rasantes Tempo verspricht. Und ich kann bereits jetzt sagen, dass ich in dieser Hinsicht nicht enttäuscht wurde. Außerdem gefiel mir auch, die Tatsache, dass man nötige Informationen nach und nach erhielt und so nicht zu viel Input auf einmal stattfand – das Augenmerk lag definitiv auf der Geschwindigkeit.

Sophie spielt in dieser Geschichte die Hauptrolle. Doch neben ihr gab es auch ein anderes Mädel, das mich durch die Geschichte begleitete – nämlich Sophie’s Zwillingsschwester Liz. Doch beginnen wir mit der Hauptprotagonistin. Anfangs fand ich sie noch unheimlich sympathisch, klug und bedacht. Sie war so herrlich normal, so bodenständig, während Liz eher etwas abgehoben und verwöhnt wirkte. Doch im Laufe der Geschichte wechselten die beiden ihre Position in Bezug auf meine Lieblingsfigur. Sophie wurde immer nerviger, platzte mit Aussagen und Fragen raus, bei denen ich einfach nur dachte „Wie alt bist du denn Mädchen? 4?“ .. auch ihre Gefühlsregungen wurden gen Mittelteil des Buches teilweise total unrealistisch und waren für mich nicht mehr nachzuvollziehen. An dieser Stelle muss ich Sophie aber zu Gute halten, dass sie sich Richtung Schluss wieder besserte und in meinem Ansehen wieder stieg. Liz hingegen entwickelte sich weiter, wurde reifer und ging immer überlegter an die Sache heran. Sie brachte die einleuchtenden Vorschläge, ihre Handlungen und Aussagen waren authentisch und allgemein überholte sie Sophie in Bezug auf die Reife um Längen. Dennoch kann ich sagen, dass die Zwillinge mit sehr vielen Details und Tiefgang ausgestattet waren und dieser massive Unterschied sehr gut zur Geltung kam. Ich bin froh, sie kennengelernt zu haben und sie haben doch sehr in die Geschichte gepasst, auch wenn Sophie hier und da bei mir aneckte.
Neben den beiden Mädchen gab es noch einige andere Figuren, die nicht ganz unwichtig waren, allen voran Sash. Obwohl er der typische Nerd/Geek war, fand ich ihn unheimlich toll. Er hat in diese Geschichte gepasst wie es kein anderer je hätte können. Seine Art brachte mich öfters mal kurz zum Schmunzeln, gerade wenn es um den Mut ging, war er herrlich erfrischend. Man stelle sich einen Computerfreak vor, der todesmutig in die Hölle marschiert, ohne sich zu fürchten, geschweige denn, sich Gedanken zu machen, was hätte passieren können.
Alle anderen Nebenfiguren fand ich auch ausreichend tiefgreifend dargestellt, sodass ich mir jeden gut vor Augen führen konnte. Ecken und Kanten besaßen ebenfalls alle Figuren und es fiel mir leicht, mir ein Urteil zu bilden – ob ich damit nun richtig lag, oder nicht.

Anfangs hatte ich noch die ein oder andere Zweifel hatte, ob mir Eva Siegmund’s Stil wirklich zusagt. Gerade weil ich doch einige Rezensionen zu diesem, wie auch zu ihrem vorherigen Buch gelesen habe. Doch kaum dass ich das Buch begonnen hatte, lösten sich alle Befürchtungen in Luft auf. Die Autorin schreibt herrlich leicht, ihr Stil ist unheimlich angenehm und ich kam sehr zügig voran. Stolpersteine und Hürden sucht man hier vergeblich. Auch die Sprache passt perfekt zu der Idee der Geschichte und ich habe in Bezug auf den Schreibstil nichts zu kritisieren. Was mich jedoch störte, war die Aufteilung. In diesem Buch liest man aus zwei verschiedenen Sichten, logischerweise aus der Sicht von Sophie und aus der Sicht von Liz. Da es stetig wechselt, gewöhnt man sich sehr gut daran, doch muss man einmal eine kurze Lesepause einlegen, kommt man unheimlich schnell durcheinander. Da alles aus der Ich-Perspektive geschrieben wurde, musste ich gelegentlich, gerade wenn ich mal pausierte, zurückblättern und nachsehen, wer „ich“ denn nun ist. Gut dass es an manchen Stellen dann kleine Hilfestellungen gab, in Form von der Erwähnung Mädchens, das gerade nicht an der Reihe war.

Die Idee hinter „Pandora – Wovon träumst du?“ ist grandios! Ein für mich völlig neuer Einfall mit tollen Elementen, vielen, unerwarteten Wendungen! Die Auflösung ist zwar nicht wahnsinnig überraschend, aber doch sehr spannend und actionreich in Szene gesetzt. Dieser Einfall mit den Chips im Kopf scheint im Moment vielleicht noch in weiter Ferne, doch wenn man sich das ganze Thema mal durch den Kopf gehen lässt, ist es alles andere als abwegig, dass das irgendwann tatsächlich einmal Alltag ist. Weitere interessanten Faktoren waren die Bezeichnungen wie „seekern“, was ganz einfach „googeln“ bedeutet. Das hat mich ebenfalls total begeistert und frischen Wind in die Story gebracht. Überdies hinaus spricht es natürlich auch für die Kreativität der Autorin, nicht einfach gängige Bezeichnungen zu benutzen, sondern sich eigene einfallen zu lassen.
 
Die Umsetzung rundete diese einzigartige Idee dann gänzlich ab. Schon während den ersten Seiten trat eine sehr eingehende, mitreißende Atmosphäre auf, und auch auf die Spannung musste ich nicht lange warten. Eva Siegmund verband den Alltag ganz normaler Teenager mit Liebeskummer, DVD-Abenden und Mädchenkram mit unheimlich fesselnden Szenen wie im Action,- oder Horrorfilm! So wechselten sich diese beiden Aspekte regelrecht ab, denn wenn einmal eine sehr rasante Szene vorbei war, gewährte die Autorin dem Leser ein wenig Verschnaufpause in Form von ruhigeren Szenen, die aber alles andere als langweilig gestaltet wurden. Das Thema SmartPorts war permanent im Vordergrund und Gesprächsthema Nummer Eins. Das Ende war, wie oben bereits angeschnitten, nicht unbedingt überraschend – man bekam schon ab des Mittelteils Einblicke in die Sicht des Täters, sodass man schon ahnt, wer dahinter steckt; und doch fand ich den Schluss großartig. Diese Feuerwerk am Schluss machte das Buch einfach nur perfekt und passte sich dem Gesamteindruck prima an.
 

„Pandora – Wovon träumst du?“ ist eine tolle Dystopie mit sehr realistischen Elementen, einzigartigen Einfällen und dem perfekten Mix aus Teenager-Alltag und Action.- und Horrorfilm. Spannung, Tempo und mitreißende Atmosphäre sprechen ebenfalls für die Geschichte und auch wenn mir Sophie teils schwer auf die Nerven ging und einige Sympathiepunkte einbüßte, kann ich sagen, dass dieses Buch sicherlich noch lange in meiner Erinnerung verankert sein wird. Wer sich ein leicht zu lesendes, fesselndes Jugendbuch sucht und sich dabei auch ganz einmal kurzzeitig gruselt, wird Pandora sicherlich lieben. Eva Siegmund hat ein riesiges Talent, das in noch viele, viele Bücherregale gehört!

Ich vergebe 4.5 von 5 Sternen! Hätte Sophie nicht diesen Durchhänger gehabt, wäre es ein absolutes Highlight geworden; da bin ich mir ganz sicher. Von mir gibt es eine 100%ige Empfehlung für all diejenigen, die gern dieses Genre lesen & nach neuen, erfrischenden Lesestoff suchen.
 

Eva Siegmund
Eva Siegmund, geboren 1983 im Taunus, stellte ihr schriftstellerisches
Talent bereits in der 6. Klasse bei einem Kurzgeschichtenwettbewerb
unter Beweis. Nach dem Abitur entschied sie sich zunächst für eine
Ausbildung zur Kirchenmalerin und studierte dann Jura an der FU Berlin.
Nachdem sie im Lektorat eines Berliner Hörverlags gearbeitet hat, lebt
sie heute als Autorin mit ihrem Mann in Barcelona.



An dieser Stelle möchte ich noch einmal erwähnen, dass alle Rechte (Coverbild, Klappentext, etc.) beim cbt-Verlag liegen und mich außerdem herzlich dafür bedanken möchte, die Bilder und Texte verwenden zu dürfen. 
Diese
Rezension entspricht meiner persönlichen Meinung und kann bei anderen
Bloggern oder Lesern wieder ganz anders ausfallen. Ich möchte darum
bitten, dies zu berücksichten.

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