Titel: Zwischen uns nur der Himmel

Autor: Laura Johnston
Verlag: dtv – Verlag
Reihe/Serie: Einzelband
Genre: Jugendbuch / Contemporary
Originaltitel: Rewind to you
Seitenanzahl: 416
ISBN: 978-3423716475
Erscheinungsdatum: 23.Oktober.2015
Format: Taschenbuch
Empfohlen: 14-16 Jahre
Unverbindliche Preisempfehlung: 9,95€
Kauf-Möglichkeiten u.A.:
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Besonderheiten: keine bekannt

  

Als Austin Sienna an ihrem ersten Urlaubsabend vor einer Horde grölender
junger Männer rettet, verliebt er sich Knall auf Fall in sie. Und
Sienna geht es nicht anders.
Doch zwischen ihnen stehen die
unterschiedlichen Welten, aus denen sie kommen, eine gewaltige Menge an
Problemen und Schuldgefühlen, die Sienna mit sich herumträgt, und nicht
zuletzt Austins Vergangenheit, die eine Beziehung unmöglich macht.

Dieses Buch habe ich im Rahmen einer Leserunde auf LovelyBooks lesen dürfen und ich war so voller Hoffnung, mir noch einmal ein paar richtig sonnige Tage ins Haus zu holen, am besten noch in Kombination mit den ganz großen Gefühlen und herrlichen Figuren. Wurde ich überzeugt? Das erfahrt ihr genau jetzt:
Laura Johnston ermöglichte mir einen wunderbar einfachen Einstieg in die Geschichte. Ich war innerhalb kürzester Zeit voll drin und konnte mich mindestens genau so schnell mit den Figuren anfreunden und mit ihnen mitfiebern. Alles beginnt ziemlich früh und das Tempo sowie die Gefühle sind hautnah zu spüren, sodass langvirige Erklärungen schlicht und ergreifend ausfielen bzw immer wieder nach und nach in den Verlauf der Story eingebaut waren, ohne sie langweilig oder trist wirken zu lassen.
Sienna, die weibliche Hauptfigur empfand ich als sehr liebenswert. Ihre Geschichte ging mir unglaublich nahe und obwohl ich noch nie in einer solchen Situation war, konnte ich ihre Handlungen, Taten, aber vor allem ihre Gedankengänge wunderbar nachvollziehen und mit ihr mitfühlen. Ich spürte ihre Gefühle quasi am eigenen Leib und sie sammelte im Laufe des Buches immer mehr Sympathie-Punkte. (Dass es eine einzige Situation gab, in der sie ein Teil dieser Punkte wieder verspielte, lasse ich mal getrost unter den Tisch fallen.) Überdies möchte ich auch die Wandlung und die Entwicklung von Sienna nochmal betonen, denn man spürt einfach, dass sie immer erwachsener und reifer wirkte, wenngleich ihre Handlungen gen Ende nicht mehr ganz nachvollziehbar war.
Austin, der männliche Part in Sachen Hauptcharaktere gefiel mir ebenfalls sehr, sehr gut. Ich muss gestehen, ich fand ihn zu Beginn des Buches noch zu glatt und zu perfekt, doch schnell wurde klar, dass er das keineswegs ist. Er brachte seine eigene Geschichte erst relativ spät ins Spiel, doch genau das machte ihn anfangs noch ein wenig mysteriös und geheimnisvoll. Doch kaum dass sein Geheimnis dann gelüftet wurde, gewann auch er, ebenso wie Sienna ordentlich Tiefgang und wurde authentisch und lebensecht. Für einen Mann hatte er jede Menge Gefühle in sich und trug sein Herz auch gern mal auf der Zunge.
Nun zu den Nebenfiguren. So. Schwierige Angelegenheit. Ich hatte irgendwie das Gefühl, als hätte es die Autorin darauf angelegt, dass die Leser grundsätzlich alle Figuren hassen, außer die beiden Protagonisten. Schon allein Sienna’s Mutter war für mich die pure Hölle. Ich habe dieses Frau echt verflucht, verdammt und ihr die Krätze an den Hals gewünscht.. Mit Kyle verhielt es sich ganz genau so und obwohl ich Sienna’s kleinen Bruder am Anfang noch echt gern hatte, wurde mir der irgendwann auch zu viel. Der ganze Lesegenuss hing mir einfach abhanden, weil mir die Figuren so gegen den Strich gingen – das war so schade, aber kaum dass Sienna’s Mutter ins Spiel kam, hätte ich das Buch am liebsten direkt gegen die Wand geworfen und nach was anderem gegriffen.
Die Aufmachung des Buches war dagegen wieder ganz nach meinem Geschmack. Ich mochte es unsagbar gerne, dass man in „Zwischen uns nur der Himmel“ einmal aus Sienna’s Sicht und einmal aus Austin’s Sicht liest, was einem beide Figuren einfach näher brachten. Auch der Stil und die Sprache waren wunderbar leicht zu lesen und ich rutschte nur so durch die Seiten und kam erstaunlich schnell voran.
Die Idee empfand ich als relativ wenig durchdacht. Ich hatte teilweise ein bisschen das Gefühl, dass die Autorin selbst nicht so wirklich wusste, wie sie die Geschehnisse managen und miteinander verbinden soll und so kam es bei mir zu dem ein oder anderen Aufreger-Moment. An sich war die Grundidee durchaus passabel und hat definitiv auch einen interessanten Spannungsbogen versprochen, aber ich glaube fast, die Autorin wollte in dieser Hinsicht ein recht schwieriges Thema relativ leicht verpacken und verrannte sich da in eine nicht ganz überzeugende Umsetzung.
Dazu möchte ich sagen, dass es trotz den kleinen Hänger ein spannendes Buch war. Ich hatte, bis auf einige Szenen, wirklich großen Spaß am lesen und eine spürbare Spannung war tatsächlich durch die Geschichte hindurch vorhanden; sowohl vom Tempo her, als auch auf der Gefühlsebene. Richtige Langeweile kam trotz reduziertem Tempo nie auf, denn kaum passierte einmal weniger, setzte Laura Johnston eben wieder auf die ganz großen Gefühle – die btw auch sehr gut übertragen wurden. Das Ende war dann noch einmal richtig actionreich und ein großes Feuerwerk, obwohl mich auch das nicht komplett zufrieden stellen konnte. Es war ein wirklich reales Ende, ohne großen Kitsch und ohne diese Unglaubwürdigkeit, die mir oftmals schon unterkam. Aber ich fand, dem Buch hätten, vor allem gen Ende 20-40 Seiten mehr nicht geschadet. Ich hätte gern noch ein paar Dinge mehr erfahren, die letztlich aber komplett offen blieben.
 
Diese Geschichte lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Einerseits gab es einige Momente, in denen ich gerne abgebrochen hätte, weil mich manche Figuren so sehr nervten, andererseits rief das Buch auch wirklich viele und tiefgründige Gefühle in mir, was wiederum positiv ausfällt. Ich denke, wer über diese Kritikpunkte hinweg sehen kann, wird riesige Freude an der Storyline finden und sich auch über die Umsetzung keine großen Gedanken machen müssen. Mir persönlich sind die negativen Aspekte doch irgendwie eher im Gedächtnis geblieben, als alles andere.

Ich habe mich letztlich für 3.5 von 5 Sternen entschieden. Das Buch lag durchaus über dem Durchschnitt und bescherte mir einige gefühlvolle, aber auch nervenaufreibende Lesestunden. 


Laura Johnston

Laura Johnston wuchs in Utah in einer Familie mit 5 Geschwistern
und mehreren Pferden auf. Mittlerweile lebt sie mit ihrem Mann und zwei
Kindern in Arizona. Die aktive Bloggerin hat mit „Zwischen uns nur der
Himmel “ ihren ersten Roman geschrieben, der in den USA zunächst als
eBook erschien und sich dort sogleich eine große Fangemeinde eroberte.


An dieser Stelle möchte ich noch einmal erwähnen, dass alle Rechte (Coverbild, Klappentext, etc.) beim dtv – Verlag liegen und mich an dieser Stelle herzlich dafür bedanken möchte, die Bilder und Texte verwenden zu dürfen. Außerdem danke ich dafür, dieses Buch als Rezensions-Exemplar erhalten zu haben.
Diese
Rezension entspricht meiner persönlichen Meinung und kann bei anderen
Bloggern oder Lesern wieder ganz anders ausfallen. Ich möchte darum
bitten, dies zu berücksichten. Diese Geschichte hat mich nicht komplett umgehauen, doch der Lesespaß war fast durchgängig vorhanden. Im Laufe der Zeit gewöhnte ich mich an die schwierigen Figuren, doch trotzdem fielen sie mir immer wieder negativ auf.

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