||» Hörbuch-Rezension «|| Morgentau [von Jennifer Wolf]

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11. Mai 2019 0 Von Patchis Books

MORGENTAU
Die Auserwählten der Jahreszeiten
Jennifer Wolf
Sprecher: Friedel Morgenstern
Jugendbuch || Fantasy
Band 1 von 6
7 Stunden 14 Minuten || 272 Seiten
ungekürzte Fassung
02. August 2016
HörbuchHamburg Verlag
20,95€
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Die Erde liegt unter einer dicken Schneedecke, Eis und Kälte herrschen überall. Nur noch ein kleiner Landfleck ist bewohnbar, wo die Erdgöttin Gaia die letzten ahnungslosen Menschen angesiedelt hat. Hier lebt auch Maya Jasmine Morgentau, eine der göttlichen Hüterinnen. Alle hundert Jahre wird unter ihnen eine Auserwählte dazu bestimmt, das Gleichgewicht der Natur aufrechtzuerhalten. Sie darf die vier besonderen Söhne der Gaia kennenlernen, den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter. Für einen muss sie sich entscheiden und sich ein Jahrhundert an ihn binden. Doch jeder der Söhne hat seine Stärken und Schwächen. Sollte Maya die Auserwählte werden, für wen würde sie ihr Leben hergeben?

(c) by HHV

Gleich nach dem Erscheinungstermin vor etwas weniger als 3 Jahren habe ich diese Geschichte schon einmal erfahren; allerdings gelesen. Damals war der Hype um das Buch ja riesig – mich persönlich konnte es aber nicht so überzeugen, wie erhofft. Nun hatte ich wahnsinnige Lust, es nochmal zu lesen – aber weil ich es nicht mehr hier hatte; entschied ich mich spontan fürs Hörbuch. Ich war total neugierig, ob sich irgendwas an meiner Meinung geändert hat oder ob ich noch immer bei den 4 Sternen vom ersten Mal liege. Jetzt erzähle ich euch genau das, ganz ausführlich. Viel Spaß 🙂

Der Einstieg in die Geschichte ist bewusst einfach gehalten. Wir lernen unsere Hauptfigur kennen, ihre Lebensumstände und alles drum herum. Trotzdem ist diese Phase nicht unnötig in die Länge gezogen: es reicht komplett aus und sich ein Bild machen zu können und einen ersten, zarten Draht zu Maya aufzubauen. Schon nach wenigen Seiten beginnt die eigentliche Handlung und die Geschichte nimmt ihren Lauf. Gaia, die Mutter aller Dinge kommt ins Spiel und entscheidet sich, wie sollte es auch anders sein, für Maya als Auserwählte. Die Idee an sich ist vielversprechend, wenn auch nicht bahnbrechend. Wie schon beim ersten Mal erhoffte ich mir nicht die innovativsten und spannendsten Plots, sondern einfach eine schöne, fantasylastige Unterhaltung – und genau das bekam ich letztlich auch. Die Idee, die vier Jahreszeiten als junge Männer darzustellen, gefiel mir sehr gut und war tatsächlich mal was Neues. Um mich richtig aus den Socken hauen zu können, fehlte es aber definitiv an Action und Spannung; überhaupt an Geschehnissen. Die gesamte Storyline ist recht vorhersehbar, wenig überraschend und stellenweise plätschert alles nur so vor sich hin. Trotzdem langweilte ich mich nur in den seltensten Fällen und konnte mich im wahrsten Sinne des Wortes treiben lassen. Eine Spannungskurve oder gar mitreißendes Tempo sucht man hier also vergeblich; nichts desto trotz gibt es ein paar wenige Momente, in denen ich mich durchaus gefesselt fühlte. Ich denke mir einfach, dass ich mir schon allein deshalb so schwer tat, weil mir die Protagonistin zu naiv war – dazu aber später mehr. Jedenfalls empfand ich das große Finale dieses ersten Bandes als durchaus gelungen und besänftigte mich in Hinsicht auf Maya doch genug, um die Handlung als rund bezeichnen zu können.

Jennifer Wolf hat einen sehr angenehmen, leicht zu lesenden Schreibstil, der verständlich und bildhaft ausfällt. Sie schafft es, mit bloßen Worten eine unheimlich authentisch, kraftvolle Atmosphäre zu erzeugen; die mich wirklich für sich gewann. Gerade die Gebiete der einzelnen Jahreszeiten haben mir enorm gut gefallen und haben mich komplett erreicht. So spürte ich manchmal ein richtiges Frösteln, wenn die Geschichte in den Winter wanderte; oder den Wind in den Haare zu fühlen glaubte, wenn der Herbst ins Spiel kam.
Dazu trug aber auch die Sprecherin, Friedel Morgenstern, ihren Teil dazu bei: ihre jugendliche, helle Stimmfarbe verleiht vor allen Dingen der Protagonistin nicht nur Authensität, sondern auch Lebendigkeit. Allgemein hat Frau Morgenstern auch ihre Betonungen gut platziert und ausgesprochen und konnte mich komplett von sich überzeugen. Sehr schöne Kombination und großes Kompliment an Stil, Sprache und Sprecherin.

Leider aber gabs für die Protagonistin wieder ein paar Pünktchen Abzug. Maya war zwar alles in allem sympathisch und liebenswert und definitiv keine Person, die ich nicht ausstehen – aber ihre grenzenlose Naivität und ihr Hang zur Zickigkeit waren phasenweise echt schwer zu ertragen und nervig. Mir war schon bewusst, dass sie diese Entscheidungen so treffen musste, um die Geschichte in die richtige Richtung laufen zu lassen; aber dieser Trotz war mir einfach zu viel. Sie handelte so unbedacht; nahm gar keine Rücksicht auf die Konsequenzen – hauptsache dagegen geschossen. Wenn es mal nicht nach ihren Kopf ging, wurde erst gebettelt. Nutzte das nichts, dann handelte sie völlig kopflos und reagierte mit Trotzigkeit und einem richtigen Sturkopf. Nichts desto trotz .. naja ich mochte sie einfach irgendwie; auch wenn ich nicht so genau betiteln kann, wieso. Wahrscheinlich wegen ihrer familiärer Ader und ihren großen Gefühlen Freunden gegenüber. Oder die unterschwellige Eifersucht, die in ihrem Inneren brodelt.
In der männlichen Hauptrolle sehe ich definitiv Nevis; auch wenn noch einige andere eine wichtige Rolle innehaben. Nevis jedenfalls gefiel mir enorm gut!! Seine düstere, distanzierte Art machte mich sofort neugierig und ließ ihn zu einem sehr interessanten Charakter werden. Mit ihm wurde es jedenfalls niemals langweilig und freute mich stets aufs Neue, wenn er seine Auftritte hatte. Aber auch er hatte seine Phasen – besonders seine Entwicklung ging mir zu rasch; zu aprupt und zu überstürzt. Das hätte man vielleicht alles ein kleines bisschen langsamer angehen können – meines Erachtens nach.
Alle anderen Figuren sind weitestgehend gut ausgearbeitet und klar voneinander zu unterscheiden. Es gab einige, die mich wirklich überzeugten – aber auch den ein oder anderen, der mich echt aufregte [wobei ich denke, dass genau das das Ziel derjenigen war].

„Morgentau – Die Auserwählte der Jahreszeiten“ von Jennifer Wolf ist eine süße, unterhaltsame Geschichte mit ein paar deutlichen Schwächen. So gefiel mir beispielsweise die Protagonistin noch weniger als beim ersten Mal lesen – und auch die fehlende Spannung und die Vorhersehbarkeit störte mich etwas. Dafür fand ich Stil, Sprecherin und vor allen Dingen die damit einhergehende Atmosphäre wirklich großartig und definitiv besser, als ich sie in Erinnerungen hatte! Für mich oberer Durchschnitt; nicht mehr und nicht weniger. Ich fühlte mich jedenfalls gut unterhalten und kann mir durchaus vorstellen, die Reihe weiter zu verfolgen.

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Jennifer Wolf lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in einem kleinen Dorf zwischen Bonn und Köln. Aufgewachsen ist sie bei ihren Großeltern und es war auch ihre Großmutter, die die Liebe zu Büchern in ihr weckte. Aus Platzmangel wurden nämlich alle Bücher in ihrem Kinderzimmer aufbewahrt und so war es unvermeidbar, dass sie irgendwann mal in eins hineinschaute. Als Jugendliche ärgerte sie sich immer häufiger über den Inhalt einiger Bücher, was mit der Zeit zu dem Entschluss führte, einfach eigene Geschichten zu schreiben.

(c) by HHV

An dieser Stelle möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass diese Rezension meiner ganz persönlichen Meinung entspricht und bei jedem Leser anders ausfallen kann. Außerdem möchte ich mich gerne beim HörbuchHamburg-Verlag bedanken, dafür, alle Bilder und Klappentexte sowie Zitate benutzen zu dürfen. Das Urheberrecht liegt natürlich weiterhin beim Verlag.