||» Rezension «|| Dark Rise [von C.S. Pacat]

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17. Januar 2023 0 Von Patchis Books
DARK RISE
C.S Pacat
Übersetzung: Anika Klüver
New Adult
Band 1 von 3
Dark Rise – Reihe
544 Seiten
30. September 2022
Lyx Verlag
Hardcover
18,00€
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#werbung #rezensionsexemplar


„Der strahlende Stern hält stand, selbst während sich die Dunkelheit erhebt.“

Die alte Magie ist in Vergessenheit geraten. Lediglich der Orden der Stewards hält seinen Schwur, die Menschheit vor der Rückkehr des Dunklen Königs zu schützen – die unmittelbar bevorsteht. All dies erfährt Will von den Kämpfern des Lichts, als sie ihn vor den Mördern seiner Mutter retten. Und seine Welt wird noch mehr auf den Kopf gestellt, als die Stewards ihm offenbaren, dass er der Auserwählte im Kampf gegen die Dunklen Mächte sein soll. Während Will versucht, sich in kürzester Zeit auf diese Rolle vorzubereiten, trifft er auf James St. Clair, den General des Dunklen Königs – und somit Wills Gegenspieler. Doch von Anfang an spürt Will, dass ihre Schicksale durch ein unsichtbares Band miteinander verbunden sind und dass ihr Aufeinandertreffen immer vorherbestimmt war …

(c) by Lyx Verlag

Als allererstes: ich finde das Cover alles andere als gelungen. Ich als absolutes Optik-Opfer wäre sehenden Auges daran vorbei gelaufen, einfach weil mich die Gestaltung nicht wirklich anspricht. Als ich dann aber eher zufällig über den Klappentext gestolpert bin, war meine Neugier doch schon mal geweckt. Die vielen positiven Rezensionen auf Instagram taten dann ihr übriges, und so entschied ich mich dazu, vorerst mal das Hörbuch auszuprobieren, bevor ich mir das Print kaufe. Gesagt. Getan. Heute möchte ich euch gerne verraten, wie mir die Geschichte rund um Will, James & Co. gefallen hat und ob ich mich jetzt tatsächlich genötigt fühle, das Buch fürs Regal zu holen. Falls ihr also neugierig seid, dann bleibt jetzt gerne dran. Viel Spaß bei der Rezension.

„Dark Rise“ verspricht vom Klappentext her eine düstere Urban Fantasy Geschichte, die mit Grusel, Spannung, Brutalität und vielleicht sogar ein wenig Beklemmung aufwarten kann. Dark Fantasy eben. Ich rechnete also mit einer einnehmenden Atmosphäre, einem temporeichen Verlauf und jeder Menge Überraschungen. Außerdem erhoffte ich mir interessante Elemente und eine erfrischende Handlung.
Der Einstieg deutete jedenfalls weiterhin darauf hin dass ich dieses Buch nicht mehr so schnell aus den Händen legen wollen würde. Denn schon zu Beginn setzt C. S. Pacat auf eine düstere Stimmung, die sogar leicht historisch angehaucht ist und auf eine gehörige Portion Undurchsichtigkeit. Es schien absolut unklar, wie die einzelnen Erzählstränge jemals miteinander verwoben werden sollten; aber ich freute mich dennoch darauf, mich überraschen zu lassen. So fieberte ich also von Anfang an quasi dem Moment entgegen, wenn endlich Licht ins Dunkel kommen würde. Der Sprung ins Geschehen gleicht dementsprechend einem Sprung ins kalte Wasser. Wir werden mit allerlei Begebenheiten konfrontiert und zudem auch noch mit völlig fremden Figuren, die es erstmal kennenzulernen gilt. Kein Problem, dachte ich. Aber damit lag ich ziemlich falsch. Der spannende und atmosphärische Einstieg war leider wohl der beste Part des Buches, denn im Laufe der Zeit stellte sich heraus, dass diese Undurchsichtigkeit nicht wirklich aufklaren würde. Es blieb sehr verwirrend, da überhaupt kein roter Faden zu Stande kam. Es schien fast so, als habe man auf Gedeih und Verderb eine maximal komplexe Storyline schaffen wollen und dabei vergessen, den Leser mitzunehmen. So oft saß ich total verloren da und wusste nicht mehr so recht, wohin. Auch die Sogwirkung, die zu Beginn noch da war, verpuffte mit dem weiteren Verlauf zusehends. Logisch eigentlich, wenn man dem Verlauf nur schwer folgen kann. Es war ein stetiges Hin und Her, und da ich auch emotional nicht eingebunden wurde, fiel mir das Mitfiebern wahnsinnig schwer bzw. war es mir gar nicht erst möglich. Ich bin mir sicher, dass dieses Buch wirklich Potential gehabt hätte, wenn man das Ganze einfach etwas strukturierter aufgebaut hätte. In „Dark Rise“ zeigt sich ganz deutlich, dass unerwartete Wendungen nicht immer gut sein müssen; oder besser gesagt: dass sie richtig gehandhabt werden müssen. Wenn der Leser das Gefühl bekommt, der Autor wisse selbst nicht, wohin es mit einer Geschichte gehen soll, dann ist das auf Dauer – und ich spreche hier von 544 Seiten – einfach anstrengend. Hin, her, vor, zurück, links, rechts, nein doch links. Es war zermürbend.
Besonders zum Ende hin offenbart sich das ganze Ausmaß des Chaos: da schon zuvor kaum ein Überblick möglich gemacht wurde, war’s im Schlusspart dann vollends vorbei damit. Das Hüh und Hott nahm kein Ende, und durch die verschiedenen Perspektiven, wo wir auch wahllos durchwechseln, verlor ich jede Form von Halt. Ich schwamm nur noch und wurde herum katapultiert wie ein Wasserfall auf hoher See. Da tröstete es mich auch nur wenig, dass Idee, das Setting sowie Atmosphäre gut waren. Apropos Setting! Das war nämlich wirklich interessant. Diese düstere Stadt am Meer, die vom Regen nassen Kopfsteinpflaster-Straßen, das imposante Anwesen der Stuarts – das alles bot einen echt tollen Schauplatz! Letzteres verdankt das Buch sicher auch dem Schreibstil von C. S. Pacat. Denn als schlecht würde ich den definitiv nicht bezeichnen. Die Story las sich angenehm; und verständlich, und ich kam trotz aller Hindernisse gut voran. Die Beschreibungen waren in der Lage, klare Bilder herauf zu beschwören, und die Stimmung war dauerhaft düster und intensiv. Die brutalen Szenen waren dabei absolut auf den Punkt gebracht. Derb, ja. Blutig, ja. Aber dann doch nicht zu detailliert oder gar eklig. Es lag also offensichtlich rein am Inhalt, bzw. an der Tatsache, dass zu viel gewollt wurde und nicht an der Art und Weise, wie erzählt wird. Außer vielleicht in Bezug auf die Perspektivwechsel, denn obwohl ich diese Gliederung sonst sehr gerne mag, empfand ich es hier als eher verschenktes Potential. Selbiges übrigens auch bei den Figuren:

In den Charakteren hier schlummerte definitiv Potential. Will erscheint während des ersten Drittels sehr vielschichtig und interessant, wohl deshalb, weil er so herrlich normal wirkte und dabei unbewusst ein solch schweres Schicksal aufgebürdet bekam. Und das schon bei seiner Geburt. Mir tat dieser Junge, der am Hafen arbeitete um irgendwie über die Runden zu kommen, so leid. Ich litt mit ihm mit, wenn es um den Verlust seiner Mutter ging und ich fieberte mit, wenn er sich mal wieder in Schwierigkeiten gebracht hat. Doch kaum dass der Einstieg hinter mir lag, ging Will total unter. Es wurde sich kaum noch darauf konzentriert, diesen Protagonisten voran zu bringen, sondern viel mehr lag der Fokus darauf, möglichst viele Wendungen in möglichst kurzer Zeit aneinanderzureihen. Ich fand das so schade! Besonders leid tat es mir dabei um den mutigen Will, der viel mehr Raum innerhalb des Buches verdient hätte. Natürlich erleben wir das Abenteuer an seiner Seite, aber nur weil er körperlich präsent war, hieß das nicht, dass er dadurch automatisch mehr Tiefgang erhielt. Er blieb ein oberflächlich behandelter Charakter, der hier und da mal kurz bewies, dass er durchaus positive Seiten an sich hatte, doch mehr leider nicht. Gerade die Liebesgeschichte ist damit mehr oder weniger hinfällig. Es hätte eine echt ungewöhnliche Lovestory werden können; eine, die man nicht in jedem zweiten Fantasy-Roman liest; aber so verlor sich jede Form von Knistern im Winde.. oder besser gesagt, im Chaos.
Wie schon erwähnt, ist es nicht nur Will, den wir begleiten. Die Sichten springen laufend hin und her und obwohl ich sonst immer ein großer Fan dieser Erzählweise bin, war es hier zu nichts anderem gut, als den zarten roten Faden, der stellenweise mal durchblitzte, wieder zunichte zu machen. Ich kann, jetzt rückblickend, eigentlich keinen anderen Charakter als Will hervorheben, weil zu allen die Verbindung fehlte. James ist vielleicht noch der, der am ehesten wichtig ist. Aber auch bei ihm: kein Tiefgang, keine Emotionen, keine Greifbarkeit. Es Schemen, hier und da mal kurz erkennbar, dann auch schon wieder entglitten. Oder das Mädel, dessen Namen mir schon wieder entfallen ist. Auch sie mochte ich anfänglich so gerne, weil sie eine neue Facette mitbrachte und gemeinsam mit Will durch dieses Abenteuer durch musste. Aber es verhielt sich exakt gleich wie mit Will: kaum nimmt die Handlung an Fahrt auf, scheinen die Charaktere vergessen.Und so auch bei allen anderen. Die Stuarts hätten eine geniale Familie darstellen können, denn ihr Standpunkt und ihre Absichten waren großartig! Die ganze Idee dahinter beeindruckte mich zutiefst, denn mit solch alten Familien, die fast an die Mafia bzw. eine freundlichere Version davon erinnerte, hatte ich es bislang selten zu tun. Die Vorfreude war also groß, darauf, ihnen leibhaftig zu begegnen. Doch – wie sollte es anders sein – das Potential war verschenkt. Statt mächtigen Persönlichkeiten, loyalen Mitgliedern, Verrätern und Eingeheiratete gabs kaum nennenswerte, in Erinnerung gebliebene Figuren. Vielleicht der ein oder andere, der punktuell mal sympathisch wirkte, doch so schnell der Moment auch gekommen war, so schnell war er auch wieder weg. Es fehlte jedem an Lebendigkeit, an einem Background und insgesamt einfach an Ausarbeitung. 

„Dark Rise“ von C.S. Pacat verspricht leider viel mehr, als es schlussendlich war. Zwar überzeugte mich das Setting, sowie die andauernde intensive Atmosphäre, aber die Handlung an sich schwächelte massiv. Meiner Meinung nach ist hier viel zu viel gewollt worden, und zu verkrampft versucht, eine möglichst komplexe Handlung zu schaffen. Damit entsteht ein stetiges Hin und Her; ein Vor und Zurück; ein Links und ein Rechts .. und das gefühlt alles gleichzeitig. Es war kaum ein roter Faden zu erkennen und oft hatte ich das Gefühl, dass selbst C.S. Pacat nicht wusste, wohin die Story eigentlich gehen sollte. Das Potential war definitiv da; gerade die Idee überzeugt mich noch immer schwer – nur die Umsetzung war .. nun ja.. nichts. Vielleicht lag das auch daran, dass sich viel zu wenig auf die Figuren konzentriert wurde und stattdessen möglichst viele Wendungen in möglichst kurzer Zeit aneinandergereit werden mussten. Damit verloren Will und alle anderen ihre Lebendigkeit, sodass ich auch einfach nicht mitfiebern oder mitfühlen konnte. Sehr schade.

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C.S. Pacat ist ein:e USA-TODAY– und NEW YORK-TIMES-Bestseller-Autor:in. Pacat wurde in Australien geboren, hat an der University of Melbourne studiert und seitdem unter anderem in Tokio und Perugia gelebt. Derzeit lebt und schreibt Pacat in Melbourne. Pacats Bücher wurden bereits in eine Vielzahl von Sprachen übersetzt.

(c) by Lyx Verlag

An dieser Stelle möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass diese Rezension meiner ganz persönlichen Meinung entspricht und bei jedem Leser anders ausfallen kann. Außerdem möchte ich mich gerne beim Lyx Verlag bedanken: für alle Bilder und Klappentexte sowie Zitate benutzen zu dürfen.