||» Rezension «|| No Stars too bright [von Nina Bilinszki]

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10. Oktober 2022 0 Von Patchis Books
NO STARS TOO BRIGHT
Nina Bilinszki
New Adult
Band 2 von 3
Love Down Under – Reihe
400 Seiten
01. September 2022
Knaur Verlag
Paperback
14,99€
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#werbung #rezensionsexemplar

Die atemberaubende Natur Australiens und eine zarte Liebe, die alte Wunden heilt
Auch der zweite Liebesroman der New-Adult-Reihe »Love Down Under« von Nina Bilinszki erzählt eine hochromantische Liebesgeschichte zum Mitfiebern und In-die-Ferne-Träumen.

Der Naturfotograf Cooper Lee liebt sein Leben in der Wildnis Australiens und hält sich von Menschen fern. Nie mehr möchte er jemanden so nah an sich heranlassen, dass er verletzt werden kann. Doch dann ist er gezwungen, in die kleine Küstenstadt Eden zurückzukehren, wo die deutsche Studentin Sophie Naumann wie eine Naturgewalt über ihn hinwegfegt. Nicht nur schmeißt sie den Pub seines Großvaters fast im Alleingang, sie teilt auch seine Leidenschaft für die Natur und geht ihm mit ihrer Neugier und ihrem Optimismus gleich unter die Haut. Als Cooper erfährt, dass Sophies Work-&-Travel-Aufenthalt sich bereits dem Ende zuneigt, will er sie umso mehr auf Abstand halten. Doch auf einem gemeinsamen Roadtrip durch Australiens Outback ist das definitiv leichter gesagt als getan …

(c) by Knaur Verlag

Nina Bilinszki hat sich mit dem ersten Band der Love Down Under Reihe direkt in mein Herz geschrieben. Mit den Koalas und der traumhaften Kulisse Australiens und den mehr als sympathischen Figuren erreichte sie mich voll und ganz und machte damit aus einer unterhaltsamen Story ein echtes Highlight für mich. So war auch von vorn herein klar, dass ich auch Band 2 der Reihe unbedingt lesen muss – immerhin hatte ich die beste Freundin der damaligen Protagonistin bereits unheimlich lieb gewonnen und ich wollte Sophie’s eigenen Eindrücke des Auslandsjahr unbedingt auch erfahren und entdecken. Ob sie und Cooper mit Isabel und Liam mithalten konnten als Couple, oder ob Band 1 meine unangefochtene Nummer Eins bleiben wird, verrate ich euch jetzt. Falls ihr also neugierig seid, dann bleibt gerne dran. Viel Spaß mit der Rezension.

Genau so wie Band 1 startet auch der Nachfolger wieder ohne großes Vorgeplänkel. Wir treffend umgehend auf „den Neuen“, nämlich auf Cooper und dürfen dann aber nur unmittelbar später auch zu Sophie wieder „Hallo“ sagen.  Und so gestaltete sich das Kennenlernen als sehr abwechslungsreich und vielschichtig. Diese Kombination aus „altbekanntem“ und „neuem“ bot jede Menge Spielraum für Erkundungen und Entdeckungen und so bereitet es einem von Anfang an wirklich Spaß, die beiden Protagonisten näher zu betrachten und auf ihren jeweiligen Wegen zu begleiten. Während wir Cooper noch gar nicht kannten und ihn deshalb von Grund neu kennenlernen durften, war es bei Sophie eher so, dass sich die Eindrücke vom ersten Band, nur nochmal vertieften. Und beides war gleichermaßen interessant zu verfolgen.
Sophie trat in Band 1 als Nebencharakter auf, stach aber immer wieder durch ihre sympathischen Züge und ihre große Loyalität gegenüber Isabell hervor und vermittelte damalas schon den Eindruck, als wäre auch sie eine wundervolle Protagonistin. Und genau das bestätigte sich hier bedungungslos. Sophie ist wirklich unheimlich nahbar, total glaubwürdig und so bodenständig, dass sie dem echten Leben entsprungen scheint. Sie wirkt wie ein offenes Buch in Band 1, doch in ihrer eigenen Geschichte offenbart sich, dass auch sie mehr Facetten in sich trägt, als man zunächst glauben wollte. Da gibt es nicht nur den Sonnenschein, nicht nur die Helligkeit. Da gibt es auch mal schlechte Laune, oder Dinge, die sie bedrücken oder verletzen. Und obwohl sie eine der wenigen Figuren im New Adult Bereich ist, die keine tiefgreifende, schmerzliche Geschichte zu erzählen hat, war sie doch keineswegs langweilig oder uninteressant. Sie ist eben Sophie und Sophie ist sympathisch, liebenswert und eine sehr ansprechende Figur, die mich im Nu um den Finger gewickelt hat. Es fiel mir spielend leicht, mich auf sie als Menschen einzulassen und eine Verbindung zu ihr aufzubauen, sodass ich ebenso leicht mitfühlen und mitfiebern konnte. Auch die Leichtigkeit, mit der sie aufgestattet war, war eine willkommene Abwechslung zu Cooper.
Denn von Leichtigkeit ist bei dem männlichen Protagonist keine Spur zu finden. Cooper ist ein Einzelgänger, der sein Dasein viel lieber in der Weite der australischen Natur verbringt, als inmitten von Menschen. Und im Gegensatz zu Sophie, ist er auch jemand, der durchaus eine Vergangenheit hat. Eine, die schmerzt und weh tut und tief berührt. Und so bot Cooper eben den idealen Kontrast zu Sophie und die beiden ergänzten sich auf einer Ebene, wie es einem nur selten unterkommt. Ebenfalls ganz anders war der Kennenlern-Prozess. Denn während wir Sophie schon kannten (und mochten), hat es bei Cooper etwas gedauert, bis ich einen richtigen Draht zu ihm fand. Er ist eben recht distanziert und verschlossen und bestreitet einen Lebensweg, der dem meinen nicht unähnlicher sein könnte. Und so brauchte es ein paar Sätze mehr, ehe er mich für sich gewann – aber dafür dann richtig. Ich mochte den jungen Mann auf Anhieb; fand ihn interessant und in gewisser Weise auch außergewöhnlich – aber richtig dicke Freunde wurden wir erst im weiteren Verlauf der Geschichte.
Im Gesamten kann ich sagen, dass ich die Charaktergestaltung auch hier wieder überhaupt nicht kritisieren kann. Nina Bilinszki hat zwei tolle Protagonisten, und ebenso wundervolle Nebenfiguren geschaffen, die der Geschichte erst den letzten Schliff verpassten. Jeder war greifbar und bildhaft dargestellt und sie alle boten etwas zu entdecken. Niemand schien nur Mittel zum Zweck zu sein; stattdessen brauchte es jeden einzelnen von ihnen, um die Handlung voran zu bringen. Besonders das Wiedersehen mit Liam und Isabel ließ mein Herz höher schlagen; aber auch alle anderen überzeugten mich wieder auf ganzer Linie.

Der Grundstein für die Handlung innerhalb dieses zweiten Bandes, wurde schon im Vorgänger gelegt. Dadurch, dass wir schon das ein oder andere über Sophie und ihren Aufenthalt in Australien wussten, musste der Faden hier quasi nur weitergesponnen werden – und das hat Nina Bilinszki erstaunlich überraschend getan. Die ganze Grundidee hinter „No Stars too bright“ verspricht eine Menge Emotion und Spannung – aber auch den von mir so sehr geliebten Wohlfühl-Charakter. Und genau das brachte die Geschichte dann schlussendlich auch mit. Aber fangen wir vorn an:
Der Einstieg in diesen zweiten Band gelingt nahezu problemlos. Es dauerte zwar 1-2-3 Sätze lang, bis sich mein Kopf von Isabel auf Sophie umgestellt hatte; aber im Grunde war ich von Anfang an wieder mitten drin im Geschehen. Die Wiedersehensfreude mit all den bekannten Gesichtern tut ihr übriges, um den Sprung in diesen Roman so einfach wie möglich zu gestalten. Und gerade die Einstiegsszene bot schon das erste Spannungselement; denn wir starten nicht etwa damit, auf Sophie zu treffen – sondern auf Cooper. Und auf den Grund, wieso er plötzlich und ohne Vorankündigung in Eden auftaucht. Und damit fiel der Startschuss für eine spannende Geschichte.
Gerade nach dem angenehmen Einstieg, der zahlreiche Möglichkeiten für den weiteren Verlauf der Handlung bot, hatte ich etwas Sorge, dass die Stimmung – und auch die Spannung – etwas nachlassen könnte. Aber zum Glück hat die Autorin das geschickt abgewendet, indem sie Richtung quasi um 180 Grad drehte. Und damit gab es einen erneuten Startschuss, der zwar nicht mehr allzu sehr an die wohligen Vibes von Band 1 erinnerte, aber seine eigenen Vorzüge bot.
Und mitten drin fand eine Liebesgeschichte statt, die, wie der Klappentext es schon ankündigt, unheimliich zart und langsam vonstatten geht. Sophie und Cooper näher sich fast zaghaft aneinander an und aus der anfangs losen Bekanntschaft, wird zunehmend mehr eine Freundschaft; die dann aber in Schmetterlingen im Bauch gipfelte. An manch einer Stelle schien es fast zu langsam zu gehen – aber jedes Mal, wenn es einen Schritt nach vorn gab, war der so wundervoll insziniert, dass man über die „lange“ Wartezeit darauf, hinwegsehen konnte. Allgemein gab es zahlreiche Momente, die einem warm ums Herz werden ließen und einen zum Staunen brachte. Das Erkunden von Australien’s vielfältiger Landschaft war beinah ebenso spannend und interessant, wie die Lovestory an sich und damit legte Nina Bilinszki den Grundstein, der jede Langeweile und jede Form von Langatmigkeit im Keim erstickte.
Gen Ende ging es dann wieder zurück in bekannte Gefilde. Zurück nach Eden. Und plötzlich rückte das Happy End in weite Ferne. Was geschah hier bitte? Wie ist es möglich, eine solche Wendung zu platzieren, ohne dass der Leser damit rechnet? Ich jedenfalls war unheimlich gefesselt von dem, was da in den letzten Kapiteln passierte und ich hab atemlos und nervös weiterlesen müssen, um endlich zu erfahren, wie die Sache zwischen Sophie und Cooper ausgehen würde. Und das zu erfahren, bot eine unheimlich große Bandbreite an unterschiedlichsten Emotionen. Hoffnung. Hoffnungslosigkeit. Schmerz. Wohlbefinden. Schock. Zufriedenheit. Und das alles quasi gleichzeitig. Mich jedenfalls nahm das, was geschah – ob nun während des großen Finales oder schon im Vorfeld, total für sich ein und konnte mich dauerhaft mitreißen und an die Seiten fesseln.

Der Schreibstil ist, wie nicht anders zu erwarten war, ebenfalls wieder 100% gelungen. Nina Bilinszki erzählt die Geschichte sehr flüssig und leicht; erzeugt regelrechte Filmsequenzen vor dem inneren Auge des Lesers und entführt uns damit ins weit entfernte Australien – mitten hinein ins Outback. Und dabei kann die Autorin sowohl emotionale Parts, wie auch spannende Passagen wunderbar glaubhaft einfangen und wiedergeben, sodass man in jeder erdenklichen Situation mitfiebern und mitfühlen kann. Ich hab’s unheimlich genossen, innerhalb der Clique unterwegs zu sein – aber genau so mochte ich auch die Stille und die Einsamkeit während des Roadtrips. Nicht nur einmal lag ein zufriedenes, wohliges Lächeln auf meinen Lippen; aber ebenso oft spürte ich auch den Stich in der Brust, wenn es mal nicht so lief, wie ich es mir für die Figuren wünschte. Jedes Gefühl der beiden übertrug sich umgehend auf mich und so entstand wieder, genau so wie in Band 1, eine absolut intensive Sogwirkung, die mich nicht mehr losließ. Die glaubhaften Dialoge und der Flow, sowie die Atmosphäre, taten ihr übriges, um mich von der Autorin und ihrer Art, uns die Geschichte näher zu bringen, zu überzeugen.

„No Stars too bright“ von Nina Bilinszki ist eine herrlich authentische Geschichte über eine Studentin und einen Naturfotograf, die sich auf eher unkonventiellem Wege kennenlernen und anfreunden. Die traumhafte Kulisse Australien’s bietet, genau so wie es im Vorgänger schon der Fall war, wieder jede Menge zu entdecken. Und auch wenn ich die Koalas, die in „No Flames too hot“ eine so richtige Rolle spielten, schmerzlich vermisste, schaffte es die Autorin doch auch wieder, Tiere einzubinden und auf so manchen Missstand hinzuweisen. Ich jedenfalls konnte wunderbar mit Cooper und Sophie mitfühlen und mitfiebern; mich von der Atmosphäre einnehmen lassen und die ganze Handlung einfach genießen. Was will man mehr?  So war auch dieser zweite Teil der Love Down Under wieder eine unterhaltsame, emotionale Reise in die Ferne; die zwar nicht ganz mit dem Auftakt mithalten konnte, aber dafür eigene Facetten hatte, die begeisterten.

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Nina Bilinszki, ein Kind der 80iger, schreibt schon Geschichten, seit sie einen Stift in der Hand halten kann. Wenn ihr eine neue Idee kommt, zieht sie sich die Laufschuhe an und plottet den Verlauf bei ausgedehnten Jogging-Runden durch den Wald. Sobald sie dann wieder am Schreibtisch sitzt, taucht sie am Laptop entweder in romantische oder fantastische Welten ein, in denen sie ihre Charaktere vor viele Hürden und Probleme stellt. Nachdem sie im Ruhrpott aufgewachsen ist, hat es sie 2009 in ihre Wahlheimat im Rhein-Main-Gebiet gezogen.

(c) by Knaur Verlag

An dieser Stelle möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass diese Rezension meiner ganz persönlichen Meinung entspricht und bei jedem Leser anders ausfallen kann. Außerdem möchte ich mich gerne beim Knaur Verlag bedanken: für alle Bilder und Klappentexte sowie Zitate benutzen zu dürfen.